Die IT-Woche 50

17. Dezember 2021, 16:40
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Die kritische Lücke in einer Java-Bibliothek, digitale Souveränität in der Schweiz und die Urteile im Fall Cyberbunker sorgten für Diskussionsstoff in der Schweizer IT-Welt.

Log4Shell: Alarmstufe rot

Die kritische Schwachstelle in der Java-Bibliothek Log4j sorgt für Aufsehen. "Ich war geschockt", meint der Schweizer Erfinder der Java-Bibliothek. Ein grosses Problem mit Log4Shell: Für Angreifer ist es einfach, die Lücke auszunützen, und gleichzeitig wird das von der Apache Foundation stammende Open-Source-Modul in sehr vielen Systemen und Applikationen verwendet. Entwickler berichten von unzähligen Gratis-Notfallstunden, um Anwender zu unterstützen. Das deutsche Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) spricht von einer "extrem kritischen Bedrohungslage" und hat am 11. Dezember seine Bedrohungseinschätzung auf die höchste Stufe "rot" erhöht.

Cloud und digitale Souveränität: Jetzt ist der Bundesrat gefordert

Seit der Vergabe der Public-Cloud-Aufträge des Bundes an 5 Hyperscaler im Juni 2021 treibt das Thema das Parlament in Bern um. Längst ist daraus eine Diskussion entwachsen, die mehr als nur den Bereich Cloud beziehungsweise die Schaffung einer "Swiss Cloud" umfasst. Nach einem Vorstoss im Nationalrat ist auch in der kleinen Kammer eine parlamentarische Initiative zur digitalen Souveränität eingereicht worden. Die Parlamentarierinnen und Parlamentarier fordern eine Anpassung der Gesetzgebung. Der Bund müsse zusammen mit Kantonen, Hochschulen, Forschungsanstalten und Schweizer Unternehmen eine eigenständige digitale Infrastruktur schaffen. Diese solle insbesondere auch Clouddienste umfassen. Verwaltet werden soll sie vom Bund, der die Kosten tragen soll, aber Aufgaben ganz oder teilweise an öffentliche, private oder gemischte Einrichtungen übertragen kann, so die Forderung.

HSG löst Cisco-Telefonie ab

Die Universität St.Gallen (HSG) will ihr Telefonie-System ablösen. Wie aus einer Ausschreibung hervorgeht, ist derzeit eine Cisco-basierte Anlage im Einsatz. Diese soll mit Microsoft Teams ersetzt werden. Da man bestehende Microsoft-Lizenzen nutzen könne, würden so entsprechend Kosten eingespart. Die für die Telefonie benötigten Microsoft-Lizenzen seien grundsätzlich vorhanden, heisst es in der Ausschreibung. "Die Cisco Lizenz- und Wartungskosten wären ansonsten noch on top zu sehen", so HSG-CIO Harald Rotter gegenüber inside-it.ch. Mit dem Wechsel von Cisco zu Microsoft werde zudem die Komplexität reduziert und der Betrieb vereinfacht, ergänzte er.

Berner Kantonalbank sucht Leitung für ihre neue IT-Tochter

Für die Geschäftsleitung ihrer neuen IT-Tochter sucht die Berner Kantonalbank (BEKB) eine "Leitung ICT-Betrieb". Mit dem neuen IT-Unternehmen will die Bank nach eigenen Angaben die Innovationskraft fördern und die IT-Kooperationsfähigkeit steigern. Als Mitglied der Geschäftsleitung wird von der oder dem neuen CIO eine aktive Einbringung bei der Erarbeitung der Unternehmensstrategie verlangt. Hinzu kommt die organisatorische, personelle und finanzielle Führung sowie die stetige Weiterentwicklung der Kultur zur Etablierung einer agilen Zusammenarbeit.

Gericht spricht Urteile im Fall "Cyberbunker"

Im Prozess um das illegale Rechenzentrum in einem ehemaligen deutschen Bundeswehr-Bunker hat das Landgericht Trier die Urteile gesprochen. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die 8 Beschuldigten in Traben-Trarbach ein Datenzentrum zu kriminellen Zwecken betrieben haben. Der 62-jährige Hauptangeklagte aus den Niederlanden wurde zu einer Haftstrafe von 5 Jahren und 9 Monaten verurteilt. Die Angeklagten hätten sich der Bildung und Mitgliedschaft einer kriminellen Vereinigung schuldig gemacht, sagte der Vorsitzende Richter. Freigesprochen wurden hingegen sämtliche Beteiligte vom Vorwurf der Beihilfe zu den rund 250'000 Straftaten, die über die Server im Rechenzentrum abgewickelt worden seien.

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