Die IT-Woche 8

21. Februar 2020, 16:15
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Eine Crypto-Tochter, ein Malware-Angriff, eine Swisscom-Panne und ein Tech-Clash sorgten diese Woche für Diskussionsstoff in der Schweizer IT-Welt

"InfoGuard AG war eine unabhängige Schwestergesellschaft der Crypto AG"

Die Enthüllungen zur Crypto AG, die seit 1970 von der CIA und zeitweise auch vom deutschen Geheimdienst BND kontrolliert worden war, dominieren die Diskussion. Auch die IT-Security-Firma InfoGuard gerät ins Schlaglicht. Der Grund sind zwei Politiker im Verwaltungsrat von Crypto AG und InfoGuard, die sich als "Schwesterfirmen" bezeichnet haben. Wie getrennt haben die Firmen konkret gearbeitet? Was wussten InfoGuard-Mitarbeitende? Wie stand es um die Sicherheit von Kundendaten? Wir haben nachgefragt. 
Lesen sie auch unseren Artikel zu Giuliano Otth, ehemals langjähriger CEO von Crypto AG, der als Präsident einer Zuger Wirtschaftsvereinigung zurücktrat. Zudem haben wir eine "kleine Geschichte" der Crypto-Konkurrenten Omnisec und Gretag Data Systems aufbereitet.

Malware-Angriff: Facility-Grosskonzern ISS nimmt weltweit Systeme vom Netz

"Sicherheitsvorfall mit Auswirkungen auf Teile der IT-Umgebung" vermeldet die Website des Generalunternehmens ISS A/S, das auf Facility Management, Wartung, Betriebliche Dienste und Gebäudereinigung spezialisiert ist. Seit Montag 17. Februar sei ISS Ziel einer Malware-Attacke. "Als Vorsichtsmassnahme und als Teil unseres Standardverfahrens haben wir sofort den Zugang zu gemeinsam genutzten IT-Diensten an unseren Standorten und in unseren Ländern deaktiviert, was die Isolierung des Vorfalls gewährleistete", heisst es seitens der Unternehmensleitung. Die Ursache sei ermittelt, und man arbeite mit forensischen Experten, dem Hosting-Provider und einer speziellen externen Task Force zusammen, um die IT-Systeme schrittweise wiederherzustellen. Auch in der Schweiz, wo ISS 12'200 Angestellte zählt, werden die Systeme einer Prüfung unterzogen.  

Schweizer Ransomware-Opfer: Was sie falsch machen

Melani warnt, dass weiterhin ein erhöhtes Sicherheitsrisiko durch Ransomware-Angriffe bestehe. In den vergangenen Wochen habe Melani, beziehungsweise das Expertenteam von GovCert, mehr als ein Dutzend Fälle bearbeitet. Bei der Aufarbeitung der Vorfälle habe man einige der Hauptschwachstellen beziehungsweise Security-Fehler identifiziert, welche den Angreifern ihre "Erfolge" ermöglichten. Sie reichen vom fehlenden Malware-Schutz und ignorierten Alerts über schwach geschützte Remote-Zugänge und unsauberem Pach-Management bis zu fehlenden Offline-Backups.

Swisscom-Panne könnte personelle Konsequenzen haben

Swisscom-Chef Urs Schaeppi schliesst personelle Konsequenzen nach den Pannen beim Telco nicht aus. Es sei inakzeptabel, dass Notrufnummern ausfallen, sagte er in einem Interview mit der ‘Sonntagszeitung’. Für die Notfalldienste sollen Möglichkeiten für zusätzliche "Rettungsschirme" geprüft werden. Über allfällige personelle Konsequenzen werde entschieden, wenn die Detailanalyse zu den Ereignissen vorliege, sagte Schaeppi. Er selber habe nicht an Rücktritt gedacht. Aber es sei ihm bewusst, dass er als Firmenchef letztlich die Verantwortung dafür trage. "Meine Aufgabe ist es, die richtigen Lehren aus den Vorfällen zu ziehen und die nötigen Massnahmen umzusetzen", sagte er weiter. Die Pannen haben mittlerweile neben dem Bakom  auch eine Nationalratskommission und den Bundesrat auf den Plan gerufen.

Accenture warnt Firmen vor einem "Tech-Clash"

Accenture hat den neuen Bericht "Technology Vision 2020" vorgelegt und warnt darin eindringlich vor Ängsten der "postdigitalen Menschen". Man erkenne zwar keine totale Ablehnung der neuen Technologien, aber eine Art Hass-Liebe. Die Menschen hätten weniger Angst vor der Technik, sondern seien eher schockiert darüber, wie Firmen diese nutzten, um sie auszuspionieren und ihnen zu schaden, heisst es im Report. Und im Namen eben jener Menschen richtet Accenture eine Forderung an die Unternehmen und deren C-Level-Management: Sie müssten mehr auf den Menschen ausgerichtete Erfahrungen liefern, die deren Erwartungen entsprechen würden. Daneben hat das Beratungshaus fünf technologische Trends ausgemacht, die Firmen beobachten sollen, wenn sie den Anschluss nicht verlieren wollen.

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