Die lahmsten IT-Enten (in Deutschland)

20. Februar 2006, 11:00
  • international
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Viele an der Deutschen Börse kotierte IT-Unternehmen haben die Aktionäre haufenweise Geld gekostet. Darunter auch ein Schweizer Ex-Börsenstar.

Viele an der Deutschen Börse kotierte IT-Unternehmen haben die Aktionäre haufenweise Geld gekostet. Darunter auch ein Schweizer Ex-Börsenstar.
Die "Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz" (DSW) veröffentlicht jährlich eine Liste der Unternehmen, die in den letzten fünf Jahren an der deutschen Börse am schlechtesten abgeschnitten haben
Der Fairness zuliebe muss allerdings gesagt werden: Zumindest unter denen die noch leben und nicht dekotiert wurden. Ausserdem beschränkt sich die Liste auf Unternehmen, die im Prime Standard der Deutschen Börse gelistet sind.
Die aktuelle DSW Watchlist 2006 wird gleich von zwei IT-Unternehmen angeführt: Intershop und CE Consumer Electronics.
Intershop: Noch 27 von 10'000 Euro übrig
Wer vor fünf Jahren 10'000 Euro in Intershop, einen Hersteller von E-Commerce-Software investierte, hat jetzt noch 26,83 Euro. Aber auch wenn die Aktionäre nicht gerade zum Höhepunkt des Internet-Hypes einstiegen, konnten sie noch viel Geld verlieren. In den letzten drei Jahren verlor die Aktie noch pro Jahr durchschnittlich 46,7 Prozent ihres Wertes, im letzten Jahr noch 39,9 Prozent. Immerhin: Intershop hofft, dieses Jahr zum ersten Mal in seiner Unternehmensgeschichte Geld zu verdienen und damit vielleicht den Zerfall des Aktienkurses zu stoppen.
An zweiter Stelle folgt ein IT-Unternehmen aus einer ganz anderen Sparte. Der Chip- und IT-Komponenten-Broker ce Consumer Electronic. Nach fünf Jahren blieben bei ce von 10'000 eingesetzten Euro noch 206 übrig. Aber im Gegensatz zu Intershop sind die Probleme bei ce in letzter Zeit eher noch akuter geworden.
Unter den 50 aufgeführten Unternehmen befinden sich noch einige weitere, auch hierzulande bekannte Namen weit vorne, zum Beispiel die PC-Hersteller Gericom und Medion. Und mit der Zuger Fantastic auf Rang 13 ist die Schweiz auch ganz direkt vertreten. Da gerade im Fünjahresvergleich der Internet- und IT-Hype des Jahres 2000 noch stark ins Gewicht fällt, überrascht es nicht, dass IT-Unternehmen insgesamt die Liste dominieren: Nach unserer Zählung stammen 19 der 50 deutschen Börsenverlierer, also fast 40 Prozent, aus der IT-Branche.
Leider existiert unseres Wissens nach keine entsprechenden Liste für die Schweizer Börsen. es ist aber anzunehmen, dass die IT-Branche auch hierzulande stark vertreten wäre.(Hans Jörg Maron)

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