Die Mehrheit der IT-Fachkräfte schaut sich nach neuen Jobs um

30. November 2021 um 13:52
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Laut einer Umfrage der Boston Consulting Group ist der globale IT-Stellenmarkt in Bewegung. Die Schweiz verliert dabei als Standort an Attraktivität.

Rund 10'000 IT-Arbeitnehmende hat der Unternehmensberater Boston Consulting Group (BCG) in Zusammenarbeit mit The Network, einem internationalen Netzwerk von Stellenvermittlungsportalen, befragt. Die Befragten stammten aus 190 Ländern, darunter waren auch solche aus der Schweiz. IT-Fachkräfte hätten die wirtschaftlichen Umbrüche der letzten zwei Jahre relativ unbeschadet überstanden und seien begierig, neue Möglichkeiten auszuloten, schreibt BCG zur Umfrage.
40% der Befragten gaben an, aktiv auf Jobsuche zu sein. 73% können es sich vorstellen, in den nächsten 2 bis 3 Jahren die Stelle zu wechseln. Befragt wurden nicht nur Angestellte von IT-Unternehmen, sondern auch Personen, die in anderen Branchen in IT-Jobs arbeiten. Ihre Veränderungswünsche stelle insbesondere Arbeitgeber ausserhalb der Technologiebranche vor Probleme, so BCG. Diese würden den begehrten Talentpool benötigen, um ihr Unternehmen zu transformieren, seien aber möglicherweise nicht die erste Wahl für IT-Fachkräfte bei der Arbeitssuche.

Wechselgrund: Neue Herausforderung oder zu wenig geschätzt

Hauptgrund für die Arbeitnehmenden, ihre Stelle zu wechseln, ist gemäss Umfrage die Möglichkeit, die Karriere voranzutreiben (63%). Knapp die Hälfte suchen eine neue Herausforderung (49%), und jeder Dritte gab an, in der jetzigen Position nicht genügend geschätzt zu werden (36%).
Im Vergleich zu anderen Branchen ist bei IT-Fachkräften global auch der Wunsch nach Remote-Arbeit gross: Nur 5% der Befragten wollen komplett im Büro arbeiten. Die Mehrheit wünscht sich eine Aufteilung von Heim- und Büroarbeit. Und 25% wollen gar nie mehr in ein Firmenbüro.

Beliebte Arbeitsorte: Kanada und London

Abgenommen hat hingegen die Bereitschaft, für einen neuen Job das Land zu wechseln (55%). 2018 waren es noch 67%. Dies wohl auch Corona-bedingt – die Umfrage fand bereits im letzten Quartal 2020 statt. Bei den "Traumdestinationen" liegt Kanada vorne, gefolgt von den USA und Australien. Die Schweiz hat hier im Vergleich zu 2018 drei Plätze verloren und liegt auf Platz 9.
"Europäische Länder, darunter Deutschland, die Schweiz und Frankreich, verzeichneten einen Rückgang der Popularität, während Singapur und Neuseeland neu in den Top Ten sind", schreibt BCG. Europäische Länder würden aus verschiedenen Gründen als weniger gastfreundlich für Aussenstehende wahrgenommen. "Das ist ein Warnschuss für Arbeitgeber in diesen Ländern: Gehen Sie nicht automatisch davon aus, dass Menschen mit wünschenswerten Fähigkeiten an einem Jobangebot interessiert sind, für das sie an Ihren Standort ziehen müssen."
Geht es schliesslich nach der Popularität der Standorte, bleibt London an der Spitze, gefolgt von Singapur und Amsterdam. Zürich findet sich auf Platz 15 der von BCG ermittelten Top-30-Städte (noch vor Paris und San Francisco), Genf auf Platz 27.

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