Die Neuheit des "New Normal" hat sich abgenutzt

31. August 2020, 12:20
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Die Veröffentlichung der Quartalszahlen hat Dell für den Hinweis genutzt, dass das Homeoffice eine Dauereinrichtung bleiben wird.

Auch wenn die Corona-Krise dereinst vorbei ist, werden 60% der rund 165'000 Mitarbeitenden von Dell nicht mehr regelmässig ins Büro zurückkehren. Das behauptete Dell-COO Jeff Clarke bei der Bekanntgabe der jüngsten Quartalszahlen. Die Neuheit der "neuen Normalität" habe sich abgenutzt. "Covid-19 hat uns eines klar gemacht: Arbeit ist etwas, das man tut, ein Ergebnis, nicht ein Ort oder eine Zeit", so Clarke.
Es brauche Teamarbeit und eine Kultur, die Ergebnissen und Resultaten Vorrang einräume. Denn nach all den Investitionen um das Arbeiten aus der Ferne zu ermöglichen, werde es nie wieder so sein wie früher. Dell gehe davon aus, dass der grösste Teil der Belegschaft auf Dauer meist von Zuhause aus arbeiten werde und nur noch an ein oder zwei Tagen in der Woche ins Büro komme.
Laut 'The Register' sieht es beim Infrastruktur-Rivalen Fujitsu ähnlich aus, der 50% seiner japanischen Büroflächen bis 2022 schliessen und dafür neue Arbeitsformen favorisieren will. Offen sei noch, ob solche Umbauten auch ausserhalb Japans zum Tragen kommen.
Glaubt man dem Dell-Mann Clarke, ist die Konsequenz des auf Dauer gestellten Homeoffice, dass mehr Technologie erforderlich sein wird, um Produktivität und Zusammenarbeit von überall her zu gewährleisten.

Krise drückt Quartalszahlen

Diese Erwartungen spiegeln sich in den Dell-Zahlen des zweiten Quartals noch nicht, vielmehr hinterliess hier die Krise ihre Spuren. So ging insgesamt der Umsatz im Vergleich mit dem Vorjahr um 3% auf 22,73 Milliarden Dollar zurück. Auch betrug der Gewinn diesmal nur knapp 1,1 Milliarden Dollar, im Vorjahresquartal waren es noch 4,23 Milliarden Dollar.
Der Umsatz der Client Solutions Group fiel um 5% auf 11,2 Milliarden Dollar, die Infrastructure Solutions Group verzeichnete einen Umsatzrückgang um 5% auf 8,2 Milliarden Dollar. In diesem Bereich litten sowohl das Server- und Netzwerkgeschäft (minus 5% auf 4,2 Milliarden Dollar) als auch die Umsätze mit Speichertechnologie (minus 5% auf 4 Milliarden Dollar). Klar zugelegt hat mit VMware das dritte Dell-Segment, in dem mit einem Plus von 10% rund 2,9 Milliarden Dollar umgesetzt wurden.
Wie es im Bericht weiter heisst, habe der Konzern im letzten Quartal aber auch einige Sparmassnahmen vollzogen. Die Gesamtbetriebsausgaben seien um 12% auf 6 Milliarden Dollar reduziert worden. Während in F&E 2% mehr Geld geflossen sei, habe man die Kosten für Vertrieb, Allgemeines und Verwaltung um 15% zurückgefahren.

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