Die Orbit-iEx ist nicht tot

19. Mai 2006, 16:51
  • kolumne
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Sie riecht nicht einmal seltsam: Unser persönliches Orbit-iEx-Fazit

Sie riecht nicht einmal seltsam: Unser persönliches Orbit-iEx-Fazit.
Am Dienstag standen viele Zeichen noch auf Sturm. Der zeitweise äusserst spärliche Publikumsandrang, Aussteller, die vor allem damit beschäftigt waren, mit anderen Ausstellern zu plaudern, mit dem Hilfspersonal zu flirten (ja, ja, wir haben euch gesehen) oder sich die Zeit mit dem Durchblättern der eigenen Broschüren um die Ohren zu schlagen - all dies verhiess noch düstere Wolken für die Zukunft der grössten Schweizer ICT-Messe. In den folgenden Tagen hat sich die Besucherlage und Ausstellerstimmung aber deutlich verbessert.
Viele Beobachter aus der IT-Szene hatten die diesjährige Ausgabe in Zürich, trotz gegenteiliger Aussagen des Veranstalters, oder die Messe in dieser Form würde mangels Ausstellern nächstes Jahr nicht mehr stattfinden.
Der Jöööh-Teil
Unser Fazit: Die Messe ist weit entfernt vom überwältigenden Besucher- und Medieninteresse und auch vom Glanz und Gloria vergangener IT-Hype-Jahre – ein Zeichen der Zeit. Aber: Mit der diesjährigen Ausgabe müsste die Orbit-iEx ihr weiteres unmittelbares Überleben gesichert haben.
Noch liegen uns keine offiziellen Zahlen vor. Aber nach unserem persönlichen Eindruck und den Aussagen von Gesprächspartnern an der Orbit zogen die Besucherzahlen im weiteren Verlauf der Messe stark an und könnten die vom letzten Jahr übertreffen. Die meisten Besucher, mit denen wir sprachen, zeigten sich vielleicht etwas desillusioniert aber trotzdem zufrieden. Eine typische Aussage: "Es gibt zwar keine Sensationen mehr, aber eigentlich wusste ich das ja, und ich werde sicher nächstes Jahr trotzdem wieder hier sein." Und ein anderer meinte: "Wenn ich an die Orbit komme, suche ich eine Lösung für etwas bestimmtes, dieses Jahr zum Beispiel überlegen wir uns, ein neues CRM einzuführen. Und wenn ich hier rumschaue, kann ich viel besser in eine Lösung 'hineinschauen', als auf dem Web."
Auch die Aussteller scheinen mehrheitlich zufrieden. Gerade enthusiastisch war zwar kaum jemand, aber viele Aussteller zogen ein vorsichtig positives Fazit. Am schönsten eingeschränkt drückte das einer mit den Worten aus: "Irgendwie habe ich doch fast manchmal so etwas wie ein kleines bisschen mögliche Aufbruchsstimmung gespürt."
Die richtig begeisterten Kommentare von dieser Seite kamen dann heute, quasi "offiziell", als Pressemitteilungen von Ausstellern wie Epson, Mindjet, Novell, NetViewer oder OnTrex, die sich alle beeilten, der Presse ihre grosse Zufriedenheit über ihren Messeauftritt und die Qualität und Zahl der ergatterten Kundenkontakte zu versichern - ein Zeichen, dass die Orbit-iEx weiterhin Unterstützung von Ausstellerseite geniesst.
Der nicht so Jööh-Teil
Nun aber genug des Lobs, wir sind hier schliesslich bei inside-it.ch: Natürlich gab es auch negative Aspekte. Wir hörten auch Aussagen von Ausstellern, die ihren Auftritt als völligen Flop bezeichneten. Weniger erfolgreich waren, so unser Eindruck, vor allem spezialisiertere Aussteller, die mit ihrem Produkt oder ihrer Dienstleistung nicht in eines der grösseren Orbit-Themen, wie Business-Software oder Security passten, und auch nicht mit interessanter Hardware Besucher locken konnten.
Gespannt sind wir ausserdem auch auf die Zahlen zur Orbit-iEx-Konferenz, welche die Messe begleitete. Früher war die Konferenz ein sehr schöner Nebenverdienst für die Messe, dieses Jahr hörten wir einige Male von schlecht besuchten und sogar abgesagten Seminaren. Wie gesagt: Wir sind gespannt. (Hans Jörg Maron)

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