Die Pandemie hat am Bedarf nach E-Government wenig geändert

20. Oktober 2020, 13:12
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Eine Studie zeigt: Schweizer nutzen vergleichsweise selten digitale Dienste von Behörden. Über zwei Drittel wollen aber künftig vermehrt darauf zurückgreifen.

In der Schweiz greifen rund 60% aller Personen, die das Internet nutzen, auch auf digitale Behördendienste zu. Dies ist dem E-Government Monitor 2020 zu entnehmen. Nachdem die Nutzung 2015 den bisherigen Höhepunkt erreichte und danach bis 2018 sank, legt sie seither wieder zu.
Aus der repräsentativen Studie geht auch hervor, dass mittlerweile eine der grössten Barrieren für die Nutzung von E-Government weggefallen ist: Das Unwissen über die Existenz der Dienste. Mittlerweile seien 96% aller Internet-User mindestens ein digitales Verwaltungsangebot bekannt. Als grösste Barrieren wurden hierzulande der Vorzug von persönlichem Kontakt und die einfache Erreichbarkeit der Behörden genannt.
Am beliebtesten ist die Online-Suche nach Informationen, 90% der Befragten tun dies. Dahinter liegen das Herunterladen von Formularen für Behördengänge (70%), die elektronische Steuererklärung (67%) und die Kommunikation mit Behörden (59%).
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Die Pandemie hat zu mehr Aufgeschlossenheit gegenüber E-Government-Diensten geführt. 70% gaben in der Schweiz an, diese künftig häufiger nutzen zu wollen. Grafik: E-Government Monitor 2020
Die Pandemie hat offenbar nur einen geringen Einfluss auf die Zugriffszahlen, wenngleich behördliche Dienstleistungen zeitweise eingeschränkt waren. In der Schweiz gaben bloss 12% an, dass sie deshalb mehr Behördengänge online besorgt hätten. Nur gerade 3% nutzten wegen der Pandemie erstmals einen Online-Behördendienst. Allerdings sagten 70%, dass sie sich vorstellen könnten, künftig vermehrt darauf zurückzugreifen.
Über zwei Drittel der Schweizer Internet-Nutzer empfindet die digitale Abwicklung der Geschäfte als Erleichterung. Als wichtigste Aspekte wurden Bequemlichkeit, Zuverlässigkeit der Systeme und die gute Bedienbarkeit genannt, was offenbar generell nicht schlecht erfüllt wird. So gaben 71% an, dass sie mit den E-Government-Diensten zufrieden seien.
Der E-Government Monitor untersucht die Situation in den DACH-Ländern. Die Schweiz hat sich bei der Nutzung der digitalen Behörden-Dienste auf Rang 2 hinter Österreich positioniert. Allerdings liegt die Schweiz in der Häufigkeit der Nutzung auf dem letzten Platz: 3,1 Mal wurde von den Befragten in den letzten 12 Monaten im Schnitt auf einen E-Government-Dienst zurückgegriffen.
Der E-Government Monitor 2020 ist eine repräsentative Studie der Initiative D21 und der Technischen Universität München, durchgeführt vom Marktforschungs-Unternehmen Kantar. In der Schweiz wurden rund 1000 Personen online befragt.

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