Die Personal Cloud wird für Unternehmen immer wichtiger

5. August 2015, 14:49
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IT-Abteilungen werden sich um die private Cloud der Angestellten sorgen müssen, sagt Gartner.

IT-Abteilungen werden sich um die private Cloud der Angestellten sorgen müssen, sagt Gartner.
Die digitalen Services, Tools oder Inhalte, die jeder für sich privat nutzt, werden auch für die IT-Abteilungen in Unternehmen immer wichtiger. Denn die "Personal Cloud" (die Sammlung der Cloud-Dienste, die eine Person nutzt) wird immer häufiger Einzug in die Unternehmens-IT finden.
Bis 2018 wird die Hälfte der IT-Abteilungen auch Dienste ausserhalb des eigenen Portfolios unterstützen, prognostiziert der Marktforscher Gartner. Denn die IT-Abteilungen werden sich immer häufiger mit den Personal Clouds der Angestellten beschäftigen müssen, da diese zwangsweise in Kontakt mit dem Arbeitsplatz und somit mit der Unternehmens-IT kommen wird. Ein Problem dabei ist, dass die persönliche Cloud von jedem einzelnen Angestellten einmalig sein wird und auch einmalige Bedürfnisse befriedigt.
Grenze zwischen privater und Unternehmens-IT verschwindet
Gemäss dem Marktforscher werden in den nächsten Jahren zwei Themen zentral werden. Zum einen ist dies der wachsende Zugriff der Angestellten auf persönliche Information respektive auf ihre persönliche Cloud auch von der Unternehmensinfrastruktur aus. Die zweite Herausforderung für die IT-Abteilungen wird sein, dass viele dieser Services immer intelligenter werden. Ein Beispiel das Gartner nennt, ist etwa die automatische Kennzeichnung von Personen oder Orten auf Bildern in der Cloud.
Technologien wie Sensoren, Wearables oder andere smarte Geräte werden die Grenze zwischen der privaten und der Unternehmens-IT immer mehr verwischen. Deshalb geht Gartner-Analyst Stephan Kleynhans davon aus, dass bis 2018 25 Prozent aller Unternehmen eine explizite Strategie haben werden, um die Unternehmens-IT den privaten Bedürfnissen anzupassen.
Gartner sieht drei Trends
Der Marktforscher nennt drei Bereiche, in denen die persönliche Cloud die Enterprise-Infrastruktur beeinflussen wird. Der erste sind virtuelle persönliche Assistenten (VPAs). Damit sind diverse Plattformen oder Apps gemeint, die wir im Alltag nutzen - sei es der Kalender oder eine Messenger-App. Alle dieser FPAs haben Zugang zu den Daten auf dem unseren Smartphones und somit auch potentiell auf sensible Unternehmensdaten. Gartner geht deshalb davon aus, dass sich diese VPAs so entwickeln werden, dass sie designierte Bereiche haben werden: Einen privaten, einen Unternehmensbereich und gegebenenfalls auch eine Art Gruppen-Bereich für Teams. Dies erlaube es den IT-Abteilung mehr Kontrolle über die Unternehmensdaten zu haben und biete den Angestellten dennoch die gewohnten Services. Ein Verbot von VPAs ist gemäss Gartner kontraproduktiv, da es Angestellte eher dazu verlocke, das Reglement zu umgehen.
Als weiteren Faktor nennt Gartner das Internet der Dinge (IoT) und Wearables. Die Daten daraus werden eine immer grössere Herausforderung für die Unternehmen, da auch hier die Grenze zwischen Arbeit und Privatleben verschwinden wird. Die Sicherheit und Privatsphäre sicherzustellen, wird eine grosse Herausforderung. Es gilt zu verhindern, dass Daten in die falschen Hände gelangen. Sei es zum einen private Daten etwa aus einem Fitness-Tracker, die privat bleiben sollen und nicht von den Unternehmen eingesehen werden dürfen. Gleichzeitig muss auch verhindert werden, dass etwa Authentifizierungsinformationen aus dem Unternehmen, nicht in der privaten Cloud landen.
Essentiell sei es, Usern einen sicheren und zuverlässigen Service zu bieten, die Daten in der persönlichen Cloud zu handhaben. Authentifizieruns-Applikationen werden daher immer wichtiger um sowohl die persönlichen als auch die Unternehmensdaten zu schützen, schliesst der Marktforscher. (kjo)
(Bild Startseite: P. Gordon.

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