Die Post übernimmt SwissSign

3. Juli 2005, 21:59
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Mit der Briefpost steigt ein weiterer, gewichtiger Player ins Geschäft mit digitalen Signaturen ein.

Mit der Briefpost steigt ein weiterer, gewichtiger Player ins Geschäft mit digitalen Signaturen ein.
Die (Brief)Post steigt in das Geschäft mit digitalen Signaturen ein. Dazu beteiligt sie sich an der Zürcher Firma SwissSign, wie die SonntagsZeitung heute meldet. Sie beteiligt sich aber nicht nur – sie übernimmt sie ganz, wie wir heute (Sonntagnacht) melden. Die Briefpost wird damit in der Lage sein, den Kunden den rechtsgültigen Transport von eingeschriebenen Briefen auch in elektronischer Form anzubieten.
Karten im Geschäft mit digitalen Signaturen werden neu verteilt
Mit der Post steigt ein neuer Player ins Geschäft mit digitalen und fälschungssicheren Unterschriften ein. Noch ist nicht klar, wer in der Schweiz "offiziell" solche digitalen Unterschriftsbeglaubigungen verkaufen darf. Die Treuhandgesellschaft KPMG wurde vom Bund beauftragt, so genannte "Certification Service Provider" zu prüfen und zu ernennen. Dem Vernehmen nach war die kleine SwissSign in diesem Prozess gegenüber mächtigen Playern wie der Swisscom ins Hintertrefen geraten – aus welchen Gründen auch immer.
Die Post erhält mit der Übernahme von SwissSign nun einen Lieferanten der Technologie, um fälschungssichere digitale Zertifikate verkaufen zu können. Und SwissSign seinerseits bekommt nun viel mehr "politisches Gewicht" beim Bund und bei der Akkreditierungsstelle KPMG.
Unabsehbare Folgen für EBPP
Beim Deal Post-SwissSign-Abacus (der St. Galler ERP-Hersteller war an SwissSign beteiligt) geht es um mehr, als "nur" dem Recht, digitale Zertifikate zu verkaufen. Die Post arbeitet zur Zeit zusammen mit Swisscom IT Services an einem schweizweit gültigen Standard für maschinenlesbare elektronische Rechnungen. Die Kombination von digitalen Zertifikaten ("ich weiss, wer der Absender ist") mit digitalen, maschinenlesebaren Rechnungen ("mein System kann die Rechnungen lesen, überprüfen und bezahlen") könnte proprietäre Systeme zur elektronischen Rechnungsstellung (Paynet, Yellowbill, Connextrade) überflüssig machen. (Christoph Hugenschmidt)

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