Die Probleme von Swisscom IT Services

11. November 2009, 11:00
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"AGI-Faktor", schwierigeres Wirtschaftsumfeld im IT-Projektgeschäft und erhöhter Preisdruck: Der Outsourcing-Arm von Swisscom wuchs zuletzt nur dank Übernahmen.

"AGI-Faktor", schwierigeres Wirtschaftsumfeld im IT-Projektgeschäft und erhöhter Preisdruck: Der Outsourcing-Arm von Swisscom wuchs zuletzt nur dank Übernahmen.
Der Telekom-Konzern Swisscom hat heute die Geschäftszahlen der ersten drei Quartale des Jahres veröffentlicht. Aus Informatik-Sicht dürfte vor allem das Ergebnis des IT-Dienstleisters Swisscom IT Services (SCIS) interessieren: Wie aus dem Geschäftsbericht hervorgeht, betrug der Umsatz mit externen Kunden (ausgenommen Swisscom) von Januar bis September 302 Millionen Franken. Das entspricht einem Rückgang von 7,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (326 Millionen).
Wachstum im dritten Quartal
Vor drei Wochen hatte SCIS für das laufende Jahr von einem Umsatz von 470 Millionen Franken gesprochen aus finanztechnischen Gründen für das ganze Jahr mitgerechnet, obwohl die beiden Firmen erst Mitte 2009 erworben wurden.
Das Wachstum im dritten Quartal (+12,4% von 105 auf 118 Millionen) verdankt SCIS denn auch den beiden Firmen, die zusammen im dritten Quartal exakt 13 Millionen Franken umgesetzt haben.
Wie schon bekannt, war der Auftragseingang im ersten Halbjahr mit 368 Millionen Franken sehr hoch (104 Millionen im ersten Semester des Vorjahres). Im dritten Quartal kamen allerdings nur noch weitere 90 Millionen Franken dazu - verglichen mit 76 Millionen im Q3 des Vorjahres.
Grund für die wenig erfreulichen Zahlen ist zum Teil der weniger umsatzträchtige Betrieb der neuen Bankenplattformen von Finnova und Avaloq. SCIS hat schon mehrmals auf den "AGI-Faktor" hingewiesen. Hinzu kommt aber auch das "schwierigere Wirtschaftsumfeld im IT-Projektgeschäft" sowie "erhöhter Preisdruck", wie es im Geschäftsbericht heisst.
Konzernweite Zahlen
Der gesamte Swisscom-Konzern musste in den ersten neun Monaten einen Umsatzrückgang um 1,8 Prozent auf 8,9 Milliarden Franken und einen Rückgang des Betriebsgewinns (EBITDA) um 1 Prozent auf 3,5 Milliarden Franken hinnehmen. Der Reingewinn konnte vor allem aufgrund von Sondereffekten um 16,6 Prozent auf 1,5 Milliarden Franken gesteigert werden.
Bemerkenswert bleibt das Wachstum bei Bluewin-TV: Per Ende September nutzten 186'00 Kunden den IPTV-Dienst von Swisscom – das sind fast doppelt so viele wie vor einem Jahr. (Maurizio Minetti)

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