Die Schweiz ist laut Bundesrat ein bevorzugtes Ziel von Cyberattacken

3. Mai 2019, 15:49
  • security
  • bundesrat
  • schweiz
  • cyberangriff
  • energie
image

Die Bedrohungen für die Schweiz haben sich seit 2016 laut einem Bericht des Bundesrates nicht wesentlich verändert.

Die Bedrohungen für die Schweiz haben sich seit 2016 laut einem Bericht des Bundesrates nicht wesentlich verändert. Sie habe aber stark an Kontur gewonnen, wie die Regierung schreibt.
Mit der Renaissance der Machtpolitik habe auch der verbotene Nachrichtendienst weiter an Gewicht gewonnen. "Zudem ist vermehrt festzustellen, dass einzelne Staaten ihre Interessen immer rücksichtsloser verfolgen", ist im Bericht zu lesen. Zur Spionage würden häufig auch Cybermittel eingesetzt, meistens in Kombinationen mit traditionellen Methoden.
Cyberoperationen gegen kritische Infrastrukturen könnten schwere Schäden anrichten, heisst weiter. Mehrere Bundesstellen und Privatfirmen seien in den vergangenen Jahren Opfer ausländischer staatliche Cyberangriffe geworden. Diese dienten dem politischen oder wirtschaftlichen Nachrichtendienst. Die Opfer hätten hohen Schaden erlitten.
Im Juni warnte Melani vor Spear-Phishing-Angriffen mit der Malware "Olympic Destroyer", um nur einige Beispiele zu nennen.
Energiesektor im Fokus: Risiko für kritische Infrastruktur
Ihre Stärken in Forschung und Entwicklung machten die Schweiz zu einem bevorzugten Ziel für Staaten, die nach politischer oder wirtschaftlicher Vormacht strebten. Ausserdem spielten kritische Infrastrukturen wie das Labor Spiez im Rahmen der internationalen Sicherheitspolitik eine wichtige Rolle.
Vermehrt stehe auch der Energiesektor im Fokus von Spionage- und Aufklärungskampagnen. Je häufiger Cyberangriffe mit Malware würden, desto grösser sei das Risiko, dass auch die Schweiz und ihre kritischen Infrastrukturen zumindest Kollateralschäden erlitten. Im August hatte der Bund einen sogenannten Minimalstandard für Cybersicherheit für Betreiber von kritischer Infrastruktur vorgelegt.
Es gibt noch viel zu tun: Melani erklärte im letzten Halbjahresbericht vom November, man habe in der Schweiz 478 industrielle Kontrollsysteme gezählt, die von aussen sichtbar seien. Und auch gegen die bekannte "Heartbleed"-Lücke sei nichts unternommen worden.
Der Bundesrat veröffentlichte im April eine Nationale Strategie für sein "zögerliches" Vorgehen kritisiert. (ts)

Loading

Mehr zum Thema

image

Das Nationale Testinstitut für Cybersicherheit ist beschlossene Sache

Die Anschubfinanzierung ist gesichert, nun kann der Aufbau des NTC in Zug beginnen.

publiziert am 8.6.2022
image

Ruag-Holding ist aufgelöst

An der Generalversammlung des Konzerns wurde die Auflösung des Holding-Konstrukts bestimmt. Ruag MRO und Ruag International sind nun definitiv eigenständig.

publiziert am 8.6.2022
image

Ransomware-Lösegelder steigen weiter

Laut Palo Alto Networks nähern sich die durchschnittlichen Lösegelder der 1-Million-Dollar-Marke.

publiziert am 8.6.2022
image

Immer mehr Trojaner zielen auf Banking-Apps

Der Trend zu Mobile-Banking lässt die Zahl der Angriffe mit Trojanern ansteigen. In der Schweiz zielt "Teabot" auf die Apps mehrerer Institute.

publiziert am 8.6.2022