Die Schweiz und das "E": Der Bund lobt sich selbst

17. April 2007, 16:41
  • e-government
  • schweiz
  • e-health
  • strategie
  • bundesrat
image

"Gut vorangekommen". Weiterhin erschreckender digitaler Graben in der Bevölkerung.

"Gut vorangekommen". Weiterhin erschreckender digitaler Graben in der Bevölkerung.
Die Schweiz ist, was Informationstechnologie betrifft, weiterhin Weltmeister im Geldausgeben. Nirgendwo sonst wird pro Kopf und Jahr soviel Geld, nämlich etwa 2'700 Franken, ausgegeben wie bei uns. Nur machen kann man damit nicht soviel - zumindest nicht, wenn es um Behörden geht. Beim Prozentsatz der Dienstleistungen der öffentlichen Hand, die online verfügbar sind, liegt die Schweiz im europäischen Vergleich ganz ganz hinten - grad zwischen der Slowakei und Lettland. Auch bei der Frage, ob Geschäfte durchgehend Online abwickelbar sind, glänzen wir nicht - die Schweiz dümpelt im hinteren Drittel zwischen Zypern und Griechenland.
All dies geht aus einem eben veröffentlichten, 45-seitigen Bericht des "Interdepartementalen Ausschusses zur Umsetzung der bundesrätlichen Strategie Informationsgesellschaft" hervor.
Zusammenfassend kann man sagen, dass der Ausschuss mit dem letztes Jahr Geleisteten zufrieden ist. Der Bundesrat verabschiedete im Januar seine E-Government-Strategie. Der Ausschuss erwartet nun, dass die enge Zusammenarbeit zwischen Bund und Kantonen im laufenden Jahr konkrete Resultate bringen wird. Bis Mitte 2007 soll es auch einen Aktionsplan für den einheitlichen und standardisierten Umgang mit elektronischen Daten beim Bund geben. Zudem stellt die Arbeitgsgruppe fest, dass Fragen der Informationsgesellschaft in der Politik auf mehr Interesse gestossen ist, als auch schon.
Die Armen sind vom Internet ausgeschlossen
Erschreckend allerdings, dass der "digitale Graben" in der Schweiz weiterhin breit und tief ist. Er klafft einerseits zwischen Alt und Jung. Weniger als 40 Prozent der Menschen über 50 Jahren nützen das Internet, während es bei den Menschen bis 50 über 70 Prozent sind.
Noch schlimmer ist der Unterschied zwischen Schlecht- und Gutverdienenden. Die meisten (84 Prozent) Personen mit einem Monatseinkommen von über 10'000 Franken nützen das Internet. Bei den schlecht verdienenden (unter 4000 Franken Monatseinkommen) sind es nur 28 Prozent. (Christoph Hugenschmidt)

Loading

Mehr zum Thema

image

Urs Truttmann wird Digitalchef der Stadt Luzern

Nachdem Truttman seit April schon interimistisch als CDO im Einsatz stand, übernimmt er die Leitung der Dienstabteilung Digital jetzt definitiv.

publiziert am 29.9.2022
image

Jetzt sind auch in St. Gallen die letzten Gemeinden im Online-Kataster vertreten

Die Schweizer Erfolgsgeschichte mit der Einführung eines Online-Portals umfasst nun auch die gesamte Fläche des Ostschweizer Kantons. Warum es dort länger gedauert hat, erklärte uns der Kantonsgeometer.

publiziert am 29.9.2022
image

Regierung will Millionen für Digitale Transformation von Basel-Land ausgeben

Für die digitale Verwaltung und den Aufbau eines Governance-Modells sollen 21 Millionen aufgewendet werden. Es gebe dazu keine Alternative, so der Regierungsrat.

publiziert am 29.9.2022
image

Schweiz: Wettbewerbsfähigkeit top, E-Government flop

In der aktuellen IMD-Studie steigt die Schweiz in Sachen digitale Wettbewerbsfähigkeit in die Top 5 auf. Dahingegen schwächelt sie im Bereich E-Government.

publiziert am 29.9.2022