Die Schweizerische Nationalbibliothek baut ein neues digitales Archiv

19. August 2021, 12:57
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Fast 740 Terabyte Daten aus der Schweiz sollen im neuen System zusammengeführt werden. Ende 2024 sollen die E-Helvetica eine neue Heimat haben.

Die Schweizerische Nationalbibliothek (NB) lässt ein neues digitales Archiv aufbauen. Die bisherige Lösung für Langzeitarchivierung digitaler Objekte werde abgelöst, heisst es in einer Ausschreibung auf der Plattform Simap. Dort wird ein Anbieter gesucht, der eine Standardlösung implementiert und sie bis Ende 2039 zusammen mit der NB und dem Bundesamt für Informatik (BIT) betreibt und pflegt.
Die Schweizerische Nationalbibliothek sammelt analoge und digitale Texte, Bilder und Klänge der Schweiz. Die bisherigen digitalen Systeme dafür sind in den 2000er-Jahren individuell für die NB und die Fonoteca Nazionale (FN), die Tonträgersektion der Bibliothek, entwickelt worden. Sie seien am Ende ihres Lebenszyklus angelangt, heisst es in den Ausschreibungsunterlagen. Die Daten sollen nun in einer zentralen Standardlösung zusammengeführt werden.
Derzeit bestehen die Systeme laut den Unterlagen aus mehreren Individualentwicklungen, die grossteils auf Open Source Software beruhen. Dazu kommen mehrere Hilfssysteme, die teilweise bei Dritten angesiedelt sind. Zudem sollen auch digitale Objekte aus Systemen des BIT migriert werden.
Allein die sogenannten E-Helvetica – elektronische Publikationen zur Schweiz – belaufen sich auf über 210'000 Exemplare, dazu kommen knapp 107'000 Multimedia-Dokumente mit diversen bibliographischen Metadaten. Die Nationalbibliothek rechnete Ende 2020 für alle Bestände mit einem Umfang von fast 739 Terabyte Daten, die jährlich um etwa 300 TB wachsen. Die gesamte Migration soll Ende 2024 abgeschlossen sein.
Auch die Nutzergruppen sind vielgestaltig: Sie reichen von Mitarbeitenden der Institution über Kantons- und Universitätsbibliotheken als Archivierungspartner bis zu Ämtern und Departementen der Bundesverwaltung. Und auch die Nutzerinnen und Nutzer der Nationalbibliothek zählen dazu, also potentiell alle Einwohner der Schweiz sowie Institutionen und weitere Personen mit einer Garantieerklärung.
Die Authentifizierung der Benutzer soll über den Standarddienst eIAM des Bundesverwaltung abgewickelt werden. Die Anbindung hat der Gewinner der Ausschreibung im Verlauf des Jahres 2024 zu gewährleisten. Er soll zudem Hardware in Form virtueller Maschinen, Speicher, Netzwerk und Software bereitstellen. Das BIT verantwortet das Betriebssystem und die Datenbank. 

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