Die sieben Mythen des Outsourcings

19. Juni 2007 um 16:17
  • cloud
  • outsourcing
image

"Fünfer und Weggli"-Deals gibt es auch im Outsourcing nicht.

"Fünfer und Weggli"-Deals gibt es auch im Outsourcing nicht.
Panish Puranam und Kannan Srikanth von der London Business School haben für Business Insight des Wall Streets Journals einen lesenswerten und gut verständlichen Artikel über die "sieben Mythen des Outsourcings" geschrieben. Wir fassen hier einige der Erkenntnisse zusammen.
Die wichtigste Aussage ist Mythos Nr. 1: "Man bekommt nicht alles". Obwohl gewisse Anbieter gegenteilige Versprechnungen machen, gelingt es im Outsourcing in der Regel nicht, mehrere Ziele gleichzeitig zu erreichen. Man wird also nicht gleichzeitig die Effizienz von Prozessen steigern, die Kosten senken und die Qualität von Dienstleistungen erhöhen können.
Als zweiten Mythos bezeichnen die zwei Forscher, die sich auf eine detaillierte Umfrage unter Grossfirmen stützen, der Glaube, Outsourcing einzukaufen, sei ein Geschäft wie jedes andere auch (Commodity). Drittens kritisieren sie den Irrglauben, ein Outsourcing-Kunde müsse vertraglich sämtliche Eventualitäten regeln und eventuell auch noch mit Konventialstrafen hinterlegen. Viel besser ist es, mit dem Dienstleister ein vertragliches Prozedere für die kontinuierliche Weiterverhandlung von Verbesserungen auszuhandeln. Ebenfalls falsch ist es aber auch zu glauben, auf Verträge komme es nicht an (Mythos Nr. 4).
Outsourcer sind keine Versicherungen
Mythos Nr. 5 ist der Irrglaube, ein Outsourcer könne quasi als Versicherer für alle Eventualitäten gerade stehen. Dem ist nicht so, denn schlechte Resultate fallen immer auf den Kunden zurück. Ob mit oder ohne Konventionalstrafen.
Auch wer glaubt, mit Outsourcing sämtliche Probleme loszuwerden, irrt. Auch ausgelagerte Aktivitäten brauchen eine hohe Aufmerksamkeit seitens des Kunden und dessen Management. Zu guter Letzt solle man nicht glauben, man könne bereits beim ersten Versuch gute Erfahrungen sammeln. Es braucht Zeit, damit die Partner (Kunde und Outsourcer) miteinander kommunizieren lernen und bessere Verträge ausarbeiten. (Christoph Hugenschmidt)

Loading

Mehr erfahren

Mehr zum Thema

image

Neue IT-Organisation für Zuger Gemeinden entsteht

Services wie Beschaffungen, Support und Betrieb von Kern­appli­kationen sollen in eine Aktiengesellschaft ausgelagert werden. Die Verantwortlichen erläutern das Projekt.

publiziert am 25.3.2024
image

Andelfingen will die IT komplett auslagern

Die Zürcher Gemeinde sucht einen Anbieter, der von der Steuerverwaltung bis zum Netzwerkbetrieb alles übernimmt.

publiziert am 22.3.2024
image

Frauenfeld ebnet den Weg für die IT-Auslagerung

Ohne Gegenstimme bewilligt das Stadtparlament das Outsourcing. Der Auftrag wurde bereits an Abraxas vergeben.

publiziert am 23.2.2024
image

Kloten will Grossteil seiner IT auslagern

Aktuell betreibt die Stadt Kloten ihre IT-Infrastruktur selbst. Das soll sich ändern – vielleicht.

publiziert am 26.1.2024