Die Top-Tech-Trends laut Gartner

21. Oktober 2020 um 15:30
image

Die Marktforscher nennen Tech-Trends für die Covid-Zeit und darüber hinaus. Verteilte Clouds, Hyper-Automatisierung und KI sind einige der wichtigsten für 2021.

Laut den Analysten von Gartner gibt es eine Reihe von strategischen Technologie-Trends, die Unternehmen für 2021 im Auge behalten sollten. Diese lassen sich in die drei Themen gruppieren: Personenzentriertheit, Standortunabhängigkeit und Widerstandsfähigkeit.
Die Trends würden nicht unabhängig voneinander existieren, sondern aufeinander aufbauen und sich gegenseitig verstärken. Gemeinsam würden sie Unternehmen in den nächsten fünf bis zehn Jahren als Orientierung dienen können.

Verteiltes Arbeiten, verteiltes Rechnen

Die Pandemie habe stark verändert, wo wir arbeiten und Geschäfte betreiben. Diese geografische Unabhängigkeit erfordere einen Technologiewechsel, um diese neuen Arten, Geschäfte zu betreiben, zu unterstützen.
Es werde für Unternehmen von entscheidender Bedeutung sein, "überall" operieren zu können. Ein "Anywhere-Operations"-Modell, wie es Gartner nennt, ermögliche Zugang zu Geschäften und deren Bereitstellung an jedem beliebigen Ort – dort, wo Kunden, Arbeitgeber und Geschäftspartner tätig sind. Digital sollte zu jeder Zeit der Standard sein. Als Beispiel nennen die Marktforscher Banken, die es erlauben, sämtliche Transaktionen oder Kontoeröffnungen ohne physische Interaktion abzuwickeln.
Distributed Cloud Computing würde es erlauben, Services physisch zu verteilen. Dies helfe dabei, die Latenz zu verringern und lokale Gesetze einzuhalten. Gleichzeitig könnten Unternehmen auf Public-Cloud-Angebote setzen und müssten nicht ihre eigene private Cloud verwalten, was kostspielig und komplex sein kann. "Die verteilte Cloud ist die Zukunft der Cloud", glaubt Gartner.
Dem müsse auch die Security gerecht werden, die Gartner in einer verteilten, skalierbaren Architektur, genannt Cybersecurity Mesh, sieht. Immer mehr digitale Vermögenswerte würden sich ausserhalb der traditionellen Security-Perimeter befinden, etwa bei Mitarbeitern an entfernten Standorten. Mit einem "Netz" könnten die Security-Perimeter um die Identität einer Person oder einer Sache herum definiert werden.

Widerstandsfähigkeit durch Agilität

Ob Pandemie oder Rezession, die Welt bleibe unbeständig, schreibt Gartner. Organisationen, die bereit seien, sich zu bewegen und anzupassen, seien widerstandsfähig und könnten Turbulenzen überstehen.
Dabei helfen soll Hyper-Automation: Alles, was in einer Organisation automatisiert werden kann, sollte automatisiert werden. Digitales Business erfordere Effizienz und Geschwindigkeit. Unternehmen, die sich nicht darauf fokussieren, werden laut Gartner abgehängt werden.
Um agil zu bleiben, müssten Unternehmen rasch Entscheidungen treffen können, die auf aktuellen Daten basieren. Dies setze einen besseren Zugang zu den Informationen voraus. Ausserdem brauche es eine gewisse Demokratisierung, die es Business Units erlaube, rasch zu handeln, anstatt sich in ineffizienten Prozessen zu verzetteln.
Eine robuste KI-Engineering-Strategie werde die Leistung, Skalierbarkeit, Interpretierbarkeit und Zuverlässigkeit von KI-Modellen verbessern. KI-Projekte hätten oft Probleme mit der Wartung, Skalierbarkeit und Governance, was sie für die meisten Unternehmen zu einer Herausforderung mache. KI-Engineering biete einen Weg an, um KI in den DevOps-Prozess zu integrieren, statt in einzelnen, isolierten Projekten zu handhaben.

Der Mensch im Fokus

Obwohl die Pandemie verändert habe, wie Menschen in Organisationen arbeiten, stehe der Mensch nach wie vor im Mittelpunkt aller Geschäfte, schreibt Gartner zum ersten Thema. Und sie bräuchten digitalisierte Prozesse, um in der heutigen Umgebung zu funktionieren.
Als konkreten Tech-Trend in diesem Bereich nennt Gartner das "Internet of Behaviours". Mit Technologien, die immer mehr Informationen über das tägliche Leben sammeln, könnten Verhaltensweisen beeinflusst werden. Anwendungsbeispiele könnten Wearables sein, die Bewegung und Nahrungsaufnahme messen, was sich wiederum auf die Krankenkassenprämien auswirken könnte. Datenschutzgesetze, die sich von Region zu Region unterscheiden, werden den Umfang des Internet of Behaviours stark beeinflussen.
Ebenfalls in den Bereich Personenzentriertheit fällt Privacy Enhancing Computing. Es gehe darum, Daten zu verschlüsseln und auch während der Verarbeitung zu schützen, etwa durch eine vertrauenswürdige Umgebung bei der Analyse. Dies ermögliche Organisationen eine sichere Forschungszusammenarbeit über Regionen hinweg und mit Konkurrenten, ohne die Vertraulichkeit zu beeinträchtigen.

Loading

Mehr zum Thema

image

Entschlüsselt Künstliche Intelligenz bald Hundebellen?

Forscher versprechen sich von KI ein viel besseres Verständnis von Tierkommunikation. Ein Doktor Dolittle fürs Smartphone steht aber nicht in den Startlöchern.

publiziert am 22.9.2023
image

Von Windows über MS 365 bis zu Github: KI kommt überall

Microsoft gibt weitere KI-Integrationen und entsprechende Rollout-Termine bekannt. Ein Überblick.

publiziert am 22.9.2023
image

Neuer ETH-Professor für Quantencomputing kommt aus Kanada

Mit der Ernennung von Juan Carrasquilla soll der Bereich Quantencomputing gestärkt werden. Auch für KI gibt es eine neue Professorin.

publiziert am 22.9.2023
image

Wie ein Bot Pflegefachpersonen unterstützt

Mit Robotic Process Automation entlastet das Alterszentrum Oase seine Pflegefachpersonen.

publiziert am 22.9.2023 1