Die unglaubliche Anhänglichkeit der ERP-Kunden

29. Februar 2008, 10:57
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Erstaunlich hohe Kosten fallen nach der erfolgreichen Implementation eines betriebswirtschaftlichen Systems an. Trotzdem sind die Anwender erstaunlich anhänglich.

Erstaunlich hohe Kosten fallen nach der erfolgreichen Implementation eines betriebswirtschaftlichen Systems an. Trotzdem sind die Anwender erstaunlich anhänglich.
Eine neue Studie zeigt eine erstaunliche "Anhänglichkeit" der Anwender von Business-Software. 83 Prozent der Befragten haben keine Pläne, den Lieferanten ihrer ERP-Systeme zu wechseln.
Die Studie wurde von IDC im Auftrag des holländischen Herstellers Agresso durchgeführt. IDC führte 258 Interviews unter IT-Leitern und Managern von Dienstleistungs-Firmen sowie Behörden mit 100 bis 1000 Mitarbeitenden durch.
Hohe Kosten nach der Implementation
Interessant scheinen uns die Aussagen der ERP-Anwender zur Frage, wann die meisten Kosten für Einführung, Anpassung und Betrieb einer Finanzapplikation für Dienstleister anfallen. Immerhin mehr als ein Drittel (38 %) der Anwender gab nach der Implementation des Systems über die Hälfte der Gesamtkosten aus.
Warum dies so ist, zeigt eine weitere Frage, nämlich welche Änderungen nach der Einführung eines Systems nötig wurden. 57 Prozent brauchten funktionale Erweiterungen, bei 54 Prozent gab es Änderungen, weil Geschäftsprozesse anders aufgesetzt wurden und 42 Prozent der Anwender hatten neue Anforderungen beim Reporting und Analyse. Da IDC die System-Verantwortlichen selbst befragte, fanden natürlich nur sieben Prozent, sie hätten überhaupt ein falsches System ausgewählt.
Auch nicht-beeinflussbare Faktoren verlangen nach signifikanten Veränderungen am System nach der Einführung. 35 Prozent der Befragten sagten, dass Firmen-Übernahmen, neue Produkte oder Prozesse und neu eingeführte Dienstleistungen zwei Mal jährlich Upgrades am System nötig machten.
Die Folge davon sind erhöhte Kosten. 47 Prozent der befragten Firmen sahen sich mit höheren Kosten als den budgetierten für ihre Finanzapplikation konfrontiert. Bei immerhin zwei Prozent waren die Kosten schlicht doppelt so hoch wie angenommen.
Weiterhin grosser Erneuerungsbedarf
Die Studie deutet auf einen grossen Erneuerungsbedarf der Business-Applikationen bei Dienstleistern hin. Immerhin 38 Prozent der Befragten wollen in den nächsten 12 Monaten mehr als bisher in ihre ERP-Lösungen investieren. bei 56 % bleiben die Budgets gleich und nur bei zwei Prozent sollen sie sinken. Und die Systeme von immerhin 15 Prozent der Befragten werden seit sechs oder mehr Jahren benützt.
Obwohl also die Kosten bei vielen höher sind als geplant und veränderte Prozesse und externe Faktoren laufend Änderungen verlangen, sind fast alle der Befragten von ihrer gegenwärtigen Lösung überzeugt. 83 Prozent wollen beim bisherigen Systemlieferanten bleiben. Sie begründen ihre Treue damit, dass es gar keine valablen Alternativen gebe, ihre Entscheide in der Vergangenheit also richtig gewesen seien. (Christoph Hugenschmidt)

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