Die Zukunft von Java liegt in den Händen der Entwickler, sagt Oracle

21. September 2010, 06:36
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Eine konkretere Roadmap, JDK 7 schon Mitte 2011, aber Distanz bleibt spürbar. Und Ellison glänzt durch Abwesenheit.

Eine konkretere Roadmap, JDK 7 schon Mitte 2011, aber Distanz bleibt spürbar. Und Ellison glänzt durch Abwesenheit.
Die Erwartungen der Java-Gemeinde an die Keynote von Thomas Kurian, Executive Vice President von Oracles Produktentwicklung, anlässlich der Java One waren gross. Denn schliesslich sollte Kurian zusammen mit Oracle-Gründer und CEO Larry Ellison über die Zukunftspläne von Java informieren. Am Anfang stand aber eine symbolische Abfuhr an die anwesenden Java-Enthusiasten: Ellison, der bei Oracle immer noch das letzte Wort bei allen wichtigen Entscheidungen hat, glänzte mit Abwesenheit, hatte anscheinend wichtigeres zu tun.
Ein Kommentar: Als aussenstehender Beobachter wird man das Gefühl nicht los, dass Oracle zwar vorerst nicht grundsätzlich von der bisherigen Java-Strategie von Sun abrücken will, inklusive der Beibehaltung des Open-Source-Charakters, aber dass das letzte Wort noch nicht gesprochen ist. Während man den Java-Leuten jovial auf den Rücken klopft, hält Oracle gleichzeitig deutlich mehr "innere Distanz" zur Java-Szene, als das noch bei Sun der Fall war, und scheint weiterhin auch eine "Abwarten und Beobachten"-Strategie zu verfolgen.
Dies alles hielt Kurian allerdings nicht davon ab, einen Drei-Jahres-Entwicklungsplan für Java zu präsentieren. Die Pläne Oracles konzentrieren sich vor allem auf eine Steigerung der Produktivität für die Entwickler, die Integration von Modularität in der Java Virtual Machine und die Ausweitung der Sprachunterstützung. Ausserdem soll die Integration von Java, Javascript und HTML5 vorangetrieben werden. Im kommenden Jahr will Oracle zudem eine neue Grafik-Engine veröffentlichen, die volle 3D-Unterstützung und Direct-X-Support enthalten soll. Oracle plant weiter ein erweitertertes Programmiermodell, das die Stärke von Java mit der Einfachheit von JavaFX verschmelzen soll, wie Kurian sagte.
Grosse Chancen für Java sieht Kurian auch auf mobilen und Embedded-Geräten wie etwa Amazons Kindle. Mit dem Java Mobile.Next-Projekt soll der Weg für Java hinein in Mobiltelefone, Blu-Ray-Player und auch Autos weiter geebnet werden, sagte Kurian vor den Java-Entwicklern.
Nach der Übernahme von Java durch Oracle habe die Anzahl der Java-Entwickler in den letzten sechs Monaten um zwanzig Prozent auf insgesamt neun Millionen zugenommen, so Kurian. Und er betonte: Die Zukunft von Java liegt in den Händen der Entwickler, nicht bei Oracle.
Am Rande der Konferenz wurde auch bekannt, dass Oracle nun wahrscheinlich bereits Mitte des nächsten Jahres, und nicht erst Mitte 2012, die nächste Version des Java Development Kit herausbringen will. Das JDK 7 wird allerdings nächstes Jahr einige der ursprünglich geplanten Features noch nicht beinhalten. Diese sollen im JDK 8 Ende 2012 nachgeschoben werden. Mehr dazu findet man hier. (Thomas Bruehwiler, San Francisco, Hans Jörg Maron)

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