Dienste wie Skype könnten Swisscom & Co. Millionen kosten

9. Oktober 2009, 15:41
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Während sich die Mobilnetzbetreiber im Ausland bisher standhaft gegen die Zulassung von Skype über das Mobilnetz wehren, ist der Internet-Telefoniedienst in der Schweiz grundsätzlich möglich.

Während sich die Mobilnetzbetreiber im Ausland bisher standhaft gegen die Zulassung von Skype über das Mobilnetz wehren, ist der Internet-Telefoniedienst in der Schweiz grundsätzlich möglich. Allerdings gilt eine Beschränkung auf WLAN-Netzwerke, über das normale Mobilnetz kann Skype derzeit nicht genutzt werden. Dies sei allerdings ein Wunsch von Skype selbst, sagt Swisscom-Sprecher Olaf Schulze gegenüber der Online-Wirtschaftszeitung 'cash'. Er versichert aber, dass man sich nicht dagegen wehren würde, den Dienst komplett freizugeben.
Dabei geht es um viel Geld, wie eine Berechnung von Comparis, die exklusiv für 'cash' erstellt wurde, zeigt. Die Mobilnetzbetreiber Swisscom, Orange und Swisscom werden massive Einbussen erleiden, wenn Dienste wie Skype auf dem Netz freigeschalten werden. "Wenn nur 10 Prozent der Kommunikation über die neuen Kanäle laufen, dürften die Anbieter etwa 250 Millionen Franken verlieren", schätzt Ralf Beyeler, Telekom-Experte bei Comparis.
Die drei Netzbetreiber erzielen mit Terminierungsgebühren, SMS-Versand, Anrufen ins Ausland, aufs eigene Netz und ins Festnetz einen Umsatz von rund 2,5 bis 3 Milliarden Dollar, schreibt die Online-Zeitung. Darin nicht enthalten sei die Grundgebühr und die Kosten für Datenübertragungen. Kunden, welche anstatt der normalen Telefonie eine Skype-Applikation auf dem Mobiltelefon nutzen, würden zwar durch die Datennutzung ebenfalls Geld in die Kassen spülen. Allerdings würden diese Einnahmen die Verluste nicht wett machen.
Bei Swisscom aber fürchtet man "keine absehbare Bedrohung des Geschäfts". Noch seien die vorhandenen Programme nämlich nicht ausgereift und nur beschränkt kundenfreundlich. Allerdings würde eine "Killer-Applikation" den Markt wachrütteln, was auch Swisscom-Sprecher Schulze nicht in Abrede stellt. "Aber noch sehen wir keine Killer-Applikation am Horizont". (bt)

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