Diese Trends für den digitalen Arbeitsplatz sollten CIOs im Auge behalten

27. August 2020, 15:48
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Marktforscher Gartner sieht Desktop-as-a-Service und Soziale Netzwerke für Firmen auf der Überholspur. Aber was ist BYOT?

Der Homeoffice-Boom habe die Trends im Bereich Digital Workplace drastisch beschleunigt, schreibt Marktforscher Gartner. Die Dringlichkeit entsprechende Technologie zu beschaffen oder zu erweitern, sei von IT-Führungskräften mittlerweile erkannt worden.
"Von der Software für Meetings über Chat-Plattformen für Unternehmen bis hin zu Desktop-as-a-Service hat die Pandemie viele digitale Arbeitsplatztechnologien schnell vom Nice-to-have zum Must-have gemacht", schreibt Gartner-Forscher Matt Cain.
Das Unternehmen hat dem Thema nun einen seiner Hypecycles gewidmet. Wie üblich finden sich dort neben bekannten Technologien auch Wortschöpfungen, die aus dem Hause Gartner stammen dürften und einige Fragen aufwerfen.

Von der übertriebenen Erwartungen zum breiten Einsatz

In der Grafik sieht man die jeweiligen Technologien mit Prognosen, wie lange sie brauchen, um breit eingesetzt zu werden. So sollen etwa Chatbots, virtuelle Assistenten und Desktop-as-a-Service den "Gipfel der übertriebenen Erwartungen" überwunden haben und in den nächsten 2 bis 5 Jahren das "Plateau der Produktivität" erreichen.
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Cloud Office und Applikationen für firmenweite Social Networks sehen die Forscher bereits in weniger als 2 Jahren im breiten Einsatz. Technologien wie Bring your own Thing (BYOT) oder Smart Workplace (unten erklärt) finden wir hingegen auf dem Gipfel der zu hohen Erwartungen. Die beiden Ansätze sollen noch 5 bis 10 Jahre benötigen, um breit eingesetzt zu werden.
Da Marktforscher keine Hellseher sind, sind das grobe Schätzungen und gewisse Ansätze werden sich auch nie ganz durchsetzen. Nun hat das Unternehmen aber auch Trends ausgemacht, die es gesondert ausführt und die man besonders im Auge behalten soll.

Der neue "Work Nucleus"

Als wichtigen Trend nennt Gartner die Sammlung von Software-as-a-Service-basierten persönlichen Werkzeugen, die in einem Produkt zusammengefasst werden: E-Mail, Instant Messaging, Filesharing, Konferenzen, Dokumentenverwaltung und -bearbeitung, Suche sowie Collaboration finden so in einer Cloud-Lösung zusammen. Dieser neue "Work Nucleus" – frei übersetzt: Arbeitskern – sei bereits zu einem Eckpfeiler der digitalen Arbeitsplatzinfrastruktur geworden, so Gartner.

Desktop-as-a-Service

Desktop-as-a-Service (DaaS) bietet Anwendern einen virtualisierten Arbeitsplatz auf Abruf, der von einem gehosteten Standort aus bereitgestellt wird. DaaS umfasst die Bereitstellung, das Patching und die Wartung der Verwaltungsebene sowie der Ressourcen für das Hosting von Workloads. Dieser Trend zeichnet sich schon länger ab, wurde aber laut Gartner bislang durch die Komplexität und die nötigen Investitionen etwas gebremst. Die Pandemie habe nun die Vorteile gezeigt und dies werde die Einführung beschleunigen.

Bring your own Thing (BYOT)

Einzelpersonen würden bei der Arbeit zu Hause, aber auch im Büro, beginnen, persönliche IoT-Geräte zu benutzen: Vom Wearable über den Sprachassistenzen bis zu intelligenten Kopfhörern sei der Trend zu "Bring your own Thing" (BYOT) zu beobachten. Gartner prognostiziert, dass künftig auch Roboter und Drohnen zum Einsatz kommen, schreibt aber nichts dazu, wie diese in den digitalen Arbeitsplatz integriert werden.

Distance Economy

Die Pandemie würde virtuelle Treffen zur Norm und persönliche Veranstaltungen wie Meetings, Bewerbungsgespräche, Kundentreffen zur Ausnahme machen. Dies führe zu einer "Distance Economy", wie Gartner schreibt, die zugleich neue Generationen von Meeting-Lösungen hervorbringe, die gewissermassen das persönliche Treffen imitieren sollen.

Smart Workspaces

Wenn die Mitarbeitenden nach der Pandemie an den Arbeitsplatz zurückkehrten, würden die Firmen die Vorteile intelligenter Arbeitsräume ausschöpfen, so eine weitere Prognose, wohl vor allem mit Blick auf Grossunternehmen. Dieser Arbeitsplatz umfasst Technologien wie IoT, Digital Signage, Workplace-Management, Bewegungssensoren und Gesichtserkennung. Damit würden die Unternehmen erkennen wollen, wie sich ihre Angestellten in den Räumen bewegen und ob sie sich an das Social Distancing halten. Zudem würden die Technologien neue Möglichkeiten für die Zugangsverwaltung und die Arbeitsplatz-Zuweisung eröffnen, schreibt Gartner mutmasslich ohne Rücksprache mit dem Datenschutzbeauftragten.

Demokratisierung der Technologie

Die technologischen Dienstleistungen der Zukunft werden laut Gartner von den Menschen zusammengestellt und "komponiert", die sie tatsächlich nutzen. So sollen unter anderem Low- und No-Code-Entwicklungswerkzeuge und weitere Tools zur vereinfachten Entwicklung von Informatik-Anwendungen Entwicklern, Integratoren und Daten-Wissenschaftlern ohne vertiefte Kenntnisse zum Aufstieg verhelfen. 

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