"Dieser Entwicklungsprozess soll offen sein, zu 100 Prozent transparent"

26. Februar 2020, 12:31
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Crypto International heisst eine Nachfolgefirma der Crypto AG. Der 'NZZ' erklärt der Besitzer, wie es weitergeht.

Kaum gegründet, schon muss man die Firma retten: Crypto International ist eine der Nachfolgefirmen, die aus der Crypto AG, beziehungsweise der Crypto Group, bestehend aus Crypto AG und Infoguard hervorgegangen ist. Deren neuer Schwedischer Besitzer und CEO, Andreas Linde, erklärt der 'NZZ' die Lage.
Auf die Frage, ob er mit dem heutigen Wissen diesen Teil der Crypto AG gekauft hätte, antwortet Linde "Nein, nein: Ich hätte es wahrscheinlich nicht gemacht." Übernommen hat Linde IP und Markenrechte, den Mietvertrag für das Bürogebäude sowie "grösstenteils die Verkaufsmannschaft".
Bei der Aufspaltung hatte Crypto International mitgeteilt, man übernehme alle internationalen Kundenbeziehungen und werde zusätzlich zum bestehenden Produkt-Portfolio im Bereich der Hochsicherheits-Verschlüsselungssysteme die Angebotspalette in Richtung umfassender Cybersecurity-Lösungen ausbauen.
Das technische Wissen hingegen von Crypto International scheint nun bei neuen Leuten zu liegen. Beispielsweise ist der langjährige Crypto AG Head of Development and Product Management, Markus Stadler, heute CTO bei CyOne, dem Schweizer Nachfolger von Crypto AG. Er ist zudem Mitbesitzer von Infoguard.
"Wir bemühen uns um vollständige Transparenz," sagt Linde zu seiner Strategie, Crypto International zu retten. Zudem wird der Name Crypto International bis in einem Jahr verschwinden, der Markenauftritt werde neu und die Firma wird in andere Büroräumlichkeiten umziehen. Heute arbeiten drei Viertel der 100 Mitarbeitenden im alten Crypto-Gebäu im zugerischen Steinhausen.
Man überprüfe mit Kunden die übernommenen Technologien der Crypto AG "gründlich", so Linde. "Weiter sind wir daran, eine völlig neue Sicherheitsarchitektur zu entwickeln, die die alte Technologie, die auf die Crypto AG zurückgeht, völlig ersetzen wird. Bis Ende Jahr wird es so weit sein. Dieser Entwicklungsprozess soll offen sein, zu 100 Prozent transparent," sagte er der 'NZZ'.
Ebenfalls in den Strudel rund um die Enthüllungen zu Backdoors in Crypto-AG-Produkten ist auch Infoguard geraten. Wir haben der Firma klärende Fragen gestellt. Nicht alle Fragen haben der Anwalt und die Kommunikationsagentur namens des Security-Anbieters beantwortet, aber einige.

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