Digitaler Bildungsraum: Educa blickt zurück und voraus

31. März 2021, 14:20
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Die Fachagentur für ICT an Schweizer Schulen hat Rahmenverträge mit Google, Microsoft und Threema abgeschlossen. Sie plant weitere Digitalisierungsschritte.

Educa, die Fachagentur des Bundes und der Kantone für die ICT-Qualitätsentwicklung an den Schweizer Schulen, hat ihren Jahresbericht 2020 veröffentlicht. Man trage "die Verantwortung für eine Bildungsqualität, die den Herausforderungen des fortschreitenden 21. Jahrhunderts gerecht wird", schreibt Educa-Direktor Toni Ritz im Vorwort. Dies habe auch die Corona-Pandemie verdeutlicht: "Dass digitale Methoden den Weg zu schnellen und qualitativ hochwertigen Entscheidungen erschliessen, wird als kollektive Erfahrung die Zeit nach der Krise prägen."
Für das vergangene Jahr wird im Bereich "Informations- und Rechtssicherheit" besonders auf drei Rahmenverträge hingewiesen. Diese hätten "zu einem klaren und sicheren juristischen Rahmen für den Bildungsbereich geführt". Der Rahmenvertrag 2020-2023 mit Microsoft ist rückwirkend auf den 1. Mai 2020 in Kraft getreten und ersetzt den Rahmenvertrag 2017-2020. Hauptbestandteile bleiben die beiden Lizenzprogramme "Microsoft Campus & School Agreement – Enrollment for Education Solutions" (CASA EES) und "Microsoft Open Value Subscription – Agreement for Education Solutions" (OVS-ES). Allerdings haben die neuen Microsoft-Lizenzen "massive Kostensteigerungen" zur Folge.

Bessere ökonomische und rechtliche Bedingungen

Weiter wurden zwei neue Rahmenverträge mit Google und Threema abgeschlossen. Der Rahmenvertrag mit Google (1.4.2020-30.3.2023) vereinheitliche und verbessere die rechtlichen und kommerziellen Bedingungen für den Kauf und die Nutzung von "Google Workplace for Education Plus". Verglichen mit dem Standardvertrag seien insbesondere die Haftungsbeschränkungen des Anbieters zu Gunsten der Schulen markant verbessert worden.
Der Rahmenvertrag mit Threema umfasst die Anwendung "Threema Work". Er trat am 24. Juni 2020 für eine Laufzeit von drei Jahren in Kraft. Auch hier verbessere der Vertrag die rechtlichen und ökonomischen Bedingungen bei Bezug und Nutzung der Applikation. Bei Threema könne Sicherheit und Datenschutz in der Kommunikation zwischen Schulpersonal, Lernenden und Eltern gewährleistet werden.

Edulog ist gut gestartet

Bei den "Digitalen Diensten" wird insbesondere der Start von Edulog hervorgehoben. Das einheitliche Identitätsmanagement der Schweizer Schulen wird von Elca betrieben. In den ersten Betriebsmonaten seit September 2020 habe man "wichtige Erkenntnisse sammeln, die Funktionsweise der unterstützenden Massnahmen für Identitäts- und Dienstleistungsanbieter laufend ausbauen und den Betrieb verbessern können".
"Wir sind zuversichtlich, dass Edulog bis Ende 2022 eine Mehrheit der kantonalen, kommunalen und schulischen Identitätsanbieter als Partner gewinnen kann. Der einfache und sichere Zugang zu Online-Diensten wird damit in den kommenden Jahren im Bildungsraum Schweiz zur Realität", heisst es im Jahresbericht. Weiter sei auch der Start der Web-Applikation "Navigator" als eine der ersten Covid-19-Massnahmen geglückt. Diese bietet Orientierung und Transparenz bei Onlinediensten für Schule und Unterricht.

Neue Fachstelle "Datennutzung" im Aufbau

Neben Edulog stehen bei Educa noch weitere Grossprojekte an. Einerseits sei schweizweit ein kohärenter Rahmen für die gezielte und vertrauensvolle Nutzung von Daten im Bildungsraum zu schaffen. Dieses Ziel wird mit der "Fachstelle Datennutzung" verfolgt, die sich im Aufbau befindet. Die Fachstelle sieht folgende Dienstleistungen vor: ein Programm zur Realisierung von Datennutzungsprojekten, eine Anlaufstelle für Datennutzungsfragen (Beratungsleistungen), einen gezielten Erkenntnistransfer zuhanden der Entscheidungsträger. Diese neue Fachststelle könnte zukünftig auch bei Datenschutz-Fragen helfen, wie sie jüngst rund um die beliebte Lern-App "Anton" aufgetaucht sind.
Weiter sei Educa seit Herbst 2020 auch mit der Initialisierung des Projekts "Datenföderation Berufsbildung" beschäftigt. Gleichzeitig achte man darauf, "uns frühzeitig auf den Weg zu einem nächsten Grossprojekt zu machen". Erste Ergebnisse aus dem Vertiefungsbericht Digitalisierung würden aufzeigen, welchen zentralen Stellenwert Bildungstechnologie für das Bildungssystem habe. Besondere Bedeutung habe dabei der Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) und Algorithmen in Diensten, die den Lernerfolg beeinflussen.

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