Digitalisierung bleibt bei Verwaltungsräten ein Top-Thema

1. März 2021, 13:15
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Die ICT-Branche blickt positiver in die Zukunft als andere Wirtschaftszweige, so der "SwissVR Monitor". Doch ein Fachkräftemangel wird überall befürchtet.

Die Zukunft werde für Unternehmen diverse herausfordernde Entwicklungen im Personalbereich mit sich bringen, heisst es im Vorwort zu neuen "SwissVR Monitor" von der Vereinigung SwissVR, Deloitte und der Hochschule Luzern. Die befragten 420 Verwaltungsräte und Verwaltungsrätinnen würden ihre Unternehmen für das Talentmanagement der Zukunft gut aufgestellt sehen, allerdings auch einige Herausforderungen orten, zum Beispiel bei der Suche nach Fachpersonal.
In den nächsten 12 Monaten stehen in den Verwaltungsräten laut Studie die folgenden Themenbereiche im Fokus: Effizienzsteigerung/Prozessoptimierung (39%), Digitalisierung/Robotik/Automatisierung (37%), Reaktion auf Marktentwicklungen und Go-to-Market.

Go-to-Market wichtigstes ICT-Thema

Im Bereich ICT nennen 49% der Verwaltungsräte Go-to-Market als wichtigstes Thema der nahen Zukunft, gefolgt von "Talent" (33%) und "Reaktion auf Marktentwicklung" (31%). Für die letzten 12 Monaten stand hier neben Go-to-Market auch "Erarbeitung einer neuen Unternehmensstrategie" an der Spitze. 43% gaben dies an, für die nächsten 12 Monate sind es nur noch 10%.
Beim künftigen Handlungsbedarf im Talentmanagement nennen über alle Branchen verteilt 90% "Identifikation und Förderung interner Talente" als "sehr hoch" oder "hoch", ebenso "Ausbildung, Weiterbildung und Entwicklung neuer Fähigkeiten der Mitarbeitenden" (90%) und "Gewinnung von hochqualifizierten Mitarbeitenden" (89%).
69% der Befragten sehen ihr Unternehmen für diese Herausforderungen gerüstet. 59% befürchten aber, dass es zunehmend schwierig wird, hochqualifiziertes Personal zu finden. Diese Erkenntnis deckt sich mit unserer eigenen Umfrage, die wir kürzlich unter IT-Anbietern und -Anwendern durchgeführt haben. Als "sehr grosse" Herausforderung nannten auch dort rund die Hälfte den Fachkräftemangel.

Mehrheit der VR gibt sich zuversichtlich

Die Studie fragte weiter auch nach den Erwartungen an die Konjunktur und die eigene Branche. Der generelle Blick auf die Wirtschaftsaussichten ist nicht nur positiv: Für ihre Branche sehen 41% der Befragten eine neutrale, 20% eine negative Entwicklung und 39% eine positive. Wurde nach den Aussichten des eigenen Unternehmens gefragt, gibt sich dann aber rund die Hälfte wieder positiv.
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Wirtschaftserwartungen der ICT-Branche. Grafik: Deloitte
Ein anderes Bild zeigt sich in der ICT-Branche. Bei 67% sind die Erwartungen an die eigene Branche positiv, 24% geben sich neutral. Dasselbe beim eigenen Unternehmen: 69% sehen eine positive Entwicklung, bloss 8% eine negative.
"Nach dem Rekordtief in der Ausgabe des 'SwissVR Monitors' vom August 2020 entwickeln sich die Zukunftserwartungen aber wieder ein Stück weit zurück in Richtung des Niveaus vor der Corona-Krise", schreiben die Autoren der Studie zu den Wirtschaftsaussichten. Schweizer Verwaltungsrätinnen und Verwaltungsräte würden für ihre jeweilige Branche zuversichtlich in die nächsten 12 Monate blicken.
Die halbjährliche Umfrage "SwissVR Monitor" ist in der neunten Ausgabe erschienen. Sie basiert auf einer Befragung von 420 Schweizer Verwaltungsrätinnen und Verwaltungsräten. Die Umfrage wird von SwissVR, einer Vereinigung für Verwaltungsratsmitglieder, dem Beratungsunternehmen Deloitte und der Hochschule Luzern durchgeführt. Der aktuelle Monitor kann kostenlos als PDF heruntergeladen werden.

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