Digitalisierung ist Männersache in der Schweiz

1. Oktober 2015, 12:29
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Wer wissen will, wer in Medien und Unternehmen die Digitalisierung vorantreibt oder wer sie finanziert, für den hat die 'Handelszeitung' 30 Menschen mit "Leuchtturmfunktion" identifiziert.

Wer wissen will, wer in Medien und Unternehmen die Digitalisierung vorantreibt oder wer sie finanziert, für den hat die 'Handelszeitung' 30 Menschen mit "Leuchtturmfunktion" identifiziert.
Sie sind progressiv und ihre Handlungen zeigen Wirkung, wenn man der Wirtschaftszeitung glauben will. Dort hat man soeben die "30 wichtigsten digitalen Köpfe der Schweiz" präsentiert. Charakterisiert werden 28 Männer und zwei Frauen als alte Hasen, Exzentriker, Philosophen und Business-Angels. Konkret handelt es sich um drei Männer aus der Medienwelt. Wobei Peter Wälty, Digital-Chef von 20 Minuten, als James Bond des Online-Journalismus charakterisiert wird: "Er kämpft mit Schläue und Charme und schiesst mitunter auch aus der Hüfte". Neben Wolfgang Büchner vom Blick wird noch Alexander Mazzara als Gründer des Fernsehsenders Joiz genannt, der sein Geld "vor allem mit Daten, die der Sender bei Nutzern sammelt" mache, wie es heisst.
Bei den Konzernen haben es fünf Männer auf die Liste geschafft, die von Disney Research Lab, UBS, Credit Suisse, Swisscom und der Post stammen. So wird etwa die digitale Wichtigkeit von Markus Gross, CEO von Disneys hiesigem Forschungslabor, damit begründet, dass er Kinderherzen höher schlagen lasse. Mit seinem Team gestalte er die Welt von Disney so realistisch wie möglich, in dem mit "knallhartem Rechnen und Programmieren" Gesichtsausdrücke und Bewegungen besonders genau rekonstruiert würden, wie das Wirtschaftsblatt herausgefunden hat.
Ein Bauer als Digitaliserer
In der KMU- und Startup-Kategorie haben es dann sogar zwei Frauenköpfe unter die zehn wichtigsten digitalen Schweizer Häupter geschafft: Christina Kehl als Mitgründerin der Vereinigung Swiss Finance Startups und Cristina Riesen, Europachefin von Evernote. Eine ausgefallene Wahl hat hier zudem Beat Jucker zum digitalen Vorreiter gekürt, weil seine Jucker Farm Webcams, Online-Buchungen und Social Media für die Vermarktung von Obst, Beeren, Gemüse und Events nutzt. "IT als Nervensystem des Unternehmens" sei die Devise beim Landwirt Jucker, liest man und fragt sich, ob die Liste der 30 wichtigsten digitalen Köpfe der Schweiz wirklich aus dem 21. Jahrhundert stammt.
Aktuell wird es bei den fünf weiteren Männerköpfen, die als Geldgeber und Berater zusammengefasst wurden. Hierher gehört zum Beispiel Michael Näf, Doodle-Gründer und Startup-Berater, der laut Kurzporträt mache, wovon viele träumen, aber die meisten Köpfe scheitern: "Der Zürcher Informatikingenieur sah einen Mangel, fand eine Lösung, gründete dafür eine Firma und verkaufte diese später an einen Konzern", konkretisiert die Wirtschaftszeitung die erfolgreiche Umsetzung eines Traums von der Digitalisierung.
Schliesslich beschreibt das Blatt noch sieben wichtige digitale Köpfe als "Denker". In diese Gallerie hat es zum Beispiel Max Miedinger geschafft, der ohne Internet mit seiner Schriftart Helvetica problemlos den Übergang von der analogen in die digitale Welt geschafft habe. Er steht neben Grünen-Politker Balthasar Glättli, weil der unter anderem "die Digitalisierung politisch" nutzt. Und hier findet sich auch Thomas Lang, Gründer und Geschäftsführer von Carpathia, der mit seiner Beratungsagentur für E-Commerce nicht nur SBB, Denner oder Brack berät, sondern als Blogger "nicht davor zurückschreckt, klare Meinungen zu vertreten", wie die Handelszeitung schreibt. (vri)

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