Digitalisierung: Problemzonen Skill-Set und Priorisierung

6. November 2015, 09:17
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In Schweizer Firmen herrscht noch viel Handlungsbedarf auf dem Weg zum Digital Champion.

inside-it.ch hat zusammen mit der Manager-Community C-Level den Digital Fitness Check-Up für mittelgrosse und grosse Firmen durchgeführt. Das Ergebnis: In Schweizer Firmen herrscht noch viel Handlungsbedarf auf dem Weg zum Digital Champion.
Die voranschreitende Digitalisierung verändert Geschäftsmodelle und Branchen in bisher ungeahntem Ausmass und innerhalb kürzester Zeit. Sie schreibt Spielregeln neu und zwingt Unternehmen zum Handeln. Denn es sind vor allem technologische Innovationen der letzten Jahre, die sowohl unser Privat- als auch unser Geschäftsleben fundamental verändert haben und es mit zunehmender Geschwindigkeit auch weiter verändern werden. Dabei drohen einst erfolgreiche Traditionsunternehmen zu Dinosauriern zu werden. Denn junge, agile Attacker des digitalen Zeitalters drängen branchenübergreifend in den Markt. Nicht nur Unternehmen, deren Produkte und Services problemlos digital abgebildet werden können, müssen sich in der digitalen Welt neu erfinden und positionieren. Darüber hinaus wird es unweigerlich zu Reformen und disruptiven Veränderungen in der Wirtschaftswelt kommen.
Darüber ist man sich auch in der Schweiz einig: So gab über die Hälfte der durch die Manager-Community C-Level befragten Top-Manager an, dass die Digitalisierung das gesamte Geschäftsmodell ihres Unternehmens verändern wird. Und schon jetzt spüren über ein Drittel der Schweizer Unternehmen signifikante Auswirkungen der Digitalisierung auf Top-Line und Bottom-Line. Die digitale Transformation stellt also eine grosse Herausforderung für Unternehmen dar.
Aus diesem Grund hat inside-it.ch zusammen mit C-Level den Digital Fitness Check-Up ins Leben gerufen. Dieser erlaubt Unternehmen eine Standortbestimmung zum Thema Digitalisierung durchzuführen. Wie steht es also um die digitale Fitness in Schweizer Unternehmen? Wie gut sind sie auf die Digitalisierung vorbereitet?
Lernen von den Besten
Bei der Entwicklung des Check-Ups wurde auf das bewährte Know-How ausgewiesener Schweizer und internationaler Digitalisierungs-Experten von international führenden Internet-Champions, von erfolgreichen Start-Ups, Technologie-Unternehmen und Digital Leaders zurückgegriffen. Sowie auch auf das fundierte Wissen von anerkannten Thought-Leadern und renommierten Forschungseinrichtungen. Durch die Bündelung dieser Einschätzungen haben wir zehn erfolgskritischen Dimensionen der Digitalisierung ausgearbeitet und mit Best-Practices beschrieben.
Bei den hier dargestellten Resultaten sind die Daten von über 150 teilnehmenden Unternehmen eingeflossen. Dabei handelt es sich um Vertreter aus einer Vielzahl von Branchen wie Banking, Versicherungen, Dienstleistungen, ICT, Handel, Manufacturing, Energieversorgung, Healthcare und mehr.
Ehrgeizige Zielsetzung bei niedrigem Return
Die Ergebnisse des Digital Fitness Check-Ups zeigen, dass Schweizer Unternehmen die Tragweite der Digitalisierung und die damit verbundene Dringlichkeit zum Handeln durchaus erkannt haben. Entsprechend hoch ist sind die Ambitioinen, die Firmen hierzulande mit ihrer Digitalisierungsstrategie verfolgen. Mehr als die Hälfte der Befragten hat demnach seine Strategie offensiv ausgelegt, um proaktiv neue Wachstumsfelder zu erschliessen und Marktanteile hinzuzugewinnen. Nur ein Viertel der Unternehmen verfolgt hingegen eine defensive Strategie, bei der es vorrangig um die reaktive Verteidigung des bestehenden Geschäfts geht.
Dennoch gibt es noch viel unausgeschöpftes Potenzial. Auf die Frage nach dem bereits erzielten Impact auf Wachstum und Profitabilität gaben nämlich lediglich 12 Prozent der Teilnehmer an, dass die Digitalisierung in ihren Unternehmen schon jetzt einen signifikanten Effekt auf Top-Line und Bottom-Line verursacht. Bei allen anderen bewegt sich dieser noch in kleinem bzw. mittlerem Rahmen.
Fehlende Priorisierung bei vielen Unternehmen
Die Teilnehmer des Digital-Fitness Check-Ups wurden für jede der zehn erfolgskritischen Dimensionen der Digitalisierung um ihre Einschätzung in zwei Bereichen gebeten. Ihre wahrgenommene Gewichtung der einzelnen Dimensionen und die vorhandenen Fähigkeiten innerhalb der jeweiligen Dimension. Dabei zeigte sich, dass Schweizer Unternehmen mehrheitlich immer noch Schwierigkeiten haben, den einzuschlagenden Weg der digitalen Transformation zu beschreiben. Dies zeigt vor allem ein Vergleich zu den von Digital Champions genannten Gewichtungen. Im Unterschied zu diesen weisen die befragten Schweizer Unternehmen keine ausreichend klare Priorisierung der zehn erfolgskritischen Dimensionen auf.
Unzureichendes Skill-Set laut Selbsteinschätzung
Mindestens ebenso viel Handlungsbedarf lässt sich aus der Selbsteinschätzung Schweizer Unternehmen ableiten, was ihre vorhandenen Fähigkeiten in jeder der zehn abgefragten Dimensionen betrifft. Die Umfrageergebnisse sind fast durchgängig auf sehr niedrigem Niveau. Selbst die sich selbst am besten einschätzenden 20 Prozent der Unternehmen (Top Quintil) gibt sich nur Noten im mittleren Bereich. (C-Level / hc)

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