Digitalisierung verändert das gesamte Geschäftsmodell, sagen Schweizer Top-Manager

21. November 2014, 07:55
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Ergebnisse der jüngsten C-Level-Umfrage.

Ergebnisse der jüngsten C-Level-Umfrage.
Die Digitalisierung stellt etablierte Geschäftsmodelle auf den Prüfstand und zwingt Unternehmen zum Handeln. Der Einfluss der Digitalisierung auf nahezu jedes Business wurde auch in einer Umfrage auf dem jüngsten C-Level-Roundtable bestätigt. 57 Prozent der anwesenden Top-Manager gab an, dass die Digitalisierung das gesamte Geschäftsmodell ihres Unternehmens verändern wird.
Das ist auch einer der Gründe, warum C-Level nicht nur das Schweizer Digitalisierungs-Eco-System für Geschäftsmodelle der Zukunft gestartet hat, sondern auch den vierten C-Level-Roundtable 2014 dem Thema "Das Business erfolgreich digitalisieren" gewidmet hat. An diesem von Cognizant, VCE, T-Systems Schweiz und Tata Consultancy Services unterstützten Anlass entwickelte sich unter den 60 Top-Executives eine spannende Diskussion.
Analytics und Big Data
Wie gross die Dringlichkeit zum Handeln heute schon ist, bewies ein weiteres Ergebnis der Umfrage. Demnach spüren bereits jetzt 37 Prozent der Schweizer Top-Manager signifikante Auswirkungen der Digitalisierung und Mobilität auf Top-Line und Bottom-Line.
Neben der Überführung von Produkten und Dienstleistungen in die digitale Welt, Geschäfts-Innovationen und der Optimierung von Prozessen ist auch das Thema Daten eng mit Digitalisierung verknüpft. Analytics und Big Data stellen aktuell mit die wichtigsten Technologien für Unternehmen dar. Das Sammeln und Verwerten von stetig wachsenden Datenbergen kann einen signifikanten Wettbewerbsvorteil für Unternehmen generieren.
Die Umfrage auf dem C-Level-Roundtable zeigt, dass mit 91 Prozent das grösste Potential im Bereich der Service-Innovationen gesehen wird. Ausgeschöpft sind davon aber erst 45 Prozent. Die Diskrepanz zwischen Potenzial und Ausschöpfungsgrad ist auch bei Geschäftsmodell-Innovationen und dem Verwerten von Daten in Unternehmen nach wie vor sehr gross.
"Digital first"
Was also sind die Schlüsselfaktoren, um dieses Potenzial optimal auszuschöpfen? Auch wenn man im ersten Schritt einer digitalen Transformation das etablierte Geschäft darüber nicht vernachlässigen darf, muss die Maxime dennoch "Digital first" heissen, damit der Digitalisierungsprozess nicht durch traditionelle Herangehensweisen verlangsamt wird. Denn Geschwindigkeit ist ebenfalls ein entscheidender Faktor.
Was die Umsetzung betrifft, glauben 81 Prozent der anwesenden Top-Manager, digitale Modelle, Produkte oder Dienstleistungen sollten integriert in den bisherigen Geschäftseinheiten vorangetrieben werden. Darüber hinaus sieht fast die Hälfte der Teilnehmer den CEO als Haupttreiber der Digitalisierung. Für knapp ein Drittel sollte der CIO die verantwortliche Person sein.
Um die digitale Transformation erfolgreich zu gestalten, bedarf es auf allen Ebenen neuer Kompetenzen und Fähigkeiten. Besonders ausgeprägt innerhalb der C-Level Community ist die Fähigkeit im Bereich Prozessinnovation. Trist sieht es hingegen im Bereich der Geschäftsmodell-Innovationen und im Verwerten von Daten aus.
Um etwaige Know-how-Lücken beim Thema Digitalisierung zu schliessen, will die Hälfte der befragten Unternehmen Kompetenz durch gezieltes Recruiting neuer Mitarbeitender ins Unternehmen holen. Für fast ebenso viele Firmen nehmen Partnerschaften mit externen Dienstleistern und Best Practice Sharing mit anderen Unternehmen weiter an Bedeutung zu.
Digitalisierung ist zwangsläufig eng mit der Unternehmens-IT verknüpft. Die IT-Abteilungen in Schweizer Unternehmen müssen sich ebenfalls transformieren und eine neue Rolle ausfüllen. Die Herausforderung der IT besteht darin, einerseits das bestehende Geschäft effizient am Laufen zu halten und gleichzeitig neue Dinge zu ermöglichen. Auch aus diesem Grund sollte sie idealerweise auf Geschäftsleitungsebene, etwa in Form des CIOs, vertreten sein. Eng verknüpft mit der IT sind auch die von der C-Level-Community als für die Digitalisierung kritische Komponenten erkannten Technologiefelder. Mit grossem Abstand wurden Big Data, respektive Analytics mit 32 Prozent und die Mobilität mit 31 Prozent genannt.
Auf dem C-Level-Roundtable zeigte sich übereinstimmend, dass sich Schweizer Unternehmen über die Auswirkungen der Digitalisierung auf ihr Business bewusst sind. Umso überraschender war, dass zwei Drittel der befragten Unternehmen noch über keine abgestimmte Digitalisierungsstrategie oder nur in Teilbereichen verfügen.
Doch auch wenn der Roundtable noch viel unausgeschöpftes Potenzial bei Schweizer Unternehmen offenlegte, so ist der Ausblick der C-Level Community für den Standort Schweiz in punkto Digitalisierung ungebrochen positiv. So wies ein Panelteilnehmer etwa auf einige der traditionellen Stärken der Schweiz hin: hohes Bildungsniveau, stabile politische Verhältnisse, ein System, das das geistige Eigentum schützt, Technikaffinität und das grosse Vertrauen in die Marke Schweiz. (mim)
Über C-Level
C-Level ist eine Community, die aus der Mitte der Schweizer Manager entstanden ist. Im Rahmen ihrer Aktivitäten werden regelmässige C-Level-Roundtables veranstaltet und das C-Level Magazin publiziert. Über 700 der wichtigsten 3'000 Schweizer Top-Executives bringen sich bereits aktiv in der Community ein. C-Level befragt regelmässig Mitglieder zu aktuellen Themen und veröffentlicht die Resultate auf inside-it.ch.

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