Digitalisierung: Versicherer kaufen sich Know-how zu

7. Januar 2015, 15:42
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Digitale Investitionen sind meistens aber lediglich "explorativ".

Digitale Investitionen sind meistens aber lediglich "explorativ".
Wie sollen Finanzdienstleister auf digitale Innovationen reagieren? Sollen sie selber investieren oder sich auf das Know-how spezialisierter Player verlassen? Accenture hat in einer Studie die Versicherungen unter die Lupe genommen. Ergebnis: Mehr als die Hälfte der internationalen Versicherungsentscheider rechnet in den kommenden drei Jahren mit starken Zukäufen der Branche und Übernahmen einer Reihe von digitalen Versicherungs-Start-ups. 141 Sach- sowie Lebensversicherer aus 21 Ländern wurden für die Studie befragt, darunter auch fünf aus der Schweiz.
Auf der Einkaufsliste stehen Unternehmen aus den Bereichen Telematik (47 Prozent), Big Data und Analytics (38 Prozent) sowie (Preis-)Vergleichsportale (43 Prozent). 43 Prozent der Befragten haben zudem bereits Start-ups übernommen oder planen dies in naher Zukunft, um die Chancen der Digitalisierung besser wahrnehmen zu können.
In der Assekuranz scheint man sich darüber einig, dass die Digitalisierung die Branche in den nächsten fünf Jahren massgeblich verändern wird. "Die Versicherungswirtschaft hat erkannt, dass die Digitalisierung ihr Geschäft stark verändert. Wir sehen auf die Branche eine bisher noch nicht dagewesene Ära des Wandels zukommen, die in der Konsequenz zu völlig neuen Produkten, Services und Geschäftsmodellen führen wird", sagt Thomas D. Meyer, Country Managing Director von Accenture Schweiz. Für digitale Initiativen planen Sach- und Unfallversicherer im Durchschnitt Investitionen in Höhe von 47 Millionen US-Dollar für die kommenden drei Jahre ein. Im gleichen Zeitraum wollen Lebensversicherer im Schnitt jeweils 40 Millionen US-Dollar investieren.
Allerdings fehlt dabei offenbar eine klare strategische Verankerung. So betrachten 60 Prozent der Versicherer ihre digitalen Investitionen als "explorativ". Lediglich 22 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass die getätigten Investments ihres Unternehmens in disruptive Innovationen fliessen und damit einen tatsächlichen Transformationsprozess im Unternehmen anstossen. Die Gründe sind hier offenbar strukturell verankert. Als Umsetzungshindernisse für die Digital-Strategie gaben 45 Prozent der Versicherungsentscheider Altsysteme und bestehende IT-Strukturen an, gefolgt von einem Mangel an Expertise (30 Prozent).
Entsprechend fehlt einem Fünftel (21 Prozent) der befragten Versicherer eine wirkliche digitale Strategie, und ein knappes Drittel (32 Prozent) beschränkt seine Ambitionen lediglich auf die Digitalisierung der Vertriebs- oder Kundenkontaktprozesse. Fast drei Viertel (72 Prozent) der befragten Versicherer sind bereits eine Vertriebspartnerschaft eingegangen oder planen dies in naher Zukunft. Dabei sieht die Assekuranz vor allem Banken als Partner (69 Prozent). 44 Prozent hält Kooperationen mit Technologieunternehmen wie Google oder Facebook für möglich. (mim)

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