Digitec-Galaxus hat von Datenleck profitiert

2. Dezember 2019, 14:18
  • channel
  • digitec galaxus
  • breach
image

Obwohl das Malheur den Umsatz wahrscheinlich gesteigert hat, überlegt man sich nun Massnahmen, um ähnliche Lecks in Zukunft zu verhindern.

Obwohl das Malheur den Umsatz wahrscheinlich gesteigert hat, überlegt man sich nun Massnahmen, um ähnliche Lecks in Zukunft zu verhindern.
Am vergangenen Freitag gab es beim Onlinehändler Digitec-Galaxus ein Missgeschick. Plötzlich kursierte eine Liste mit seinen Sonderangeboten für den Black Friday und den Cyber Monday im Internet. Auch in den WhatsApp-Gruppen vieler Mitarbeiter tauchte die Liste auf. Wie Galaxus erklärt, scheint ein Mitarbeiter die vertrauliche Liste in seinem privaten Umfeld geteilt zu haben. Danach verbreitete sich das Dokument, das Preise, Rabatte und interne Kommentare auch über Konkurrenten enthielt, wie ein Lauffeuer und war beispielsweise auch via Twitter einsehbar.
Noch sei nicht entschieden, ob und was man angesichts dieser Situation unternehmen werde, sagt Pressesprecher Alex Hämmerli auf Anfrage. Man gehe derzeit davon aus, dass es nicht möglich ist, zu klären, wer das Leck verursacht habe. Und "wir werden nicht nach dem Verursacher suchen", fügt er an.
Insgesamt habe man "wahrscheinlich" vom Bekanntwerden der leicht veralteten Datenbestände profitiert, so Hämmerli weiter. Am letzten Freitag habe man den Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 32 Prozent erhöhen können und am heutigen Montag lag der Umsatz um 13 Uhr schon 90 Prozent über dem des letzten Jahres.
Die Frage, ob das Leck gerade deshalb eine Inszenierung des Hauses gewesen sei, beantwortet Hämmerli aber klar und deutlich mit "nein", es handelte sich nicht um eine Marketing-Aktion, betont Hämmerli.
Vielmehr stehe man angesichts des Vorfalls vor der Frage, ob die intern gepflegte Transparenz- und Vertrauenskultur angepasst werden müsse. Denn da die Dokumente via Google-Docs geteilt worden sind, habe man sie relativ einfach öffentlich machen können. Nun werde zu überlegen sein, ob man künftig Tools verwendet, die das Teilen von Dokumenten nicht so einfachen machen.
Die Liste, die fleissig kommentiert und editiert gewesen war, habe wohl "einen ungewohnt tiefen Einblick in unser Schaffen" erlaubt, sagt der Unternehmenssprecher. Was den Usern zugutegekommen ist, sei für "Product Manager und Sourcer, die viel Schweiss und Energie in die Aktionstage gesteckt haben, natürlich weniger erfreulich". (vri)

Loading

Mehr zum Thema

image

Prime Computer kriegt ein neues Vertriebs­modell

Der neue Besitzer PCP.com will die Prime-Geräte künftig auch direkt und nicht mehr rein über den Channel vertreiben.

publiziert am 28.11.2022
image

Schweizer Unternehmen investieren immer mehr in IT

Laut einer ETH-Erhebung ist der Anteil von IT-Investitionen an den Gesamtinvestitionen der Unternehmen in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen.

publiziert am 28.11.2022
image

Dell zeichnet Schweizer Partner aus

Der Konzern zeichnet auch dieses Jahr die Partner des Jahres in der Schweiz aus. Der Dell-Umsatz über den Channel ist zuletzt global deutlich gestiegen.

publiziert am 28.11.2022
image

OVHcloud bekommt 200 Millionen Euro für neue RZs

Erstmals gewährt die Europäische Investitionsbank ein Darlehen im Cloud-Sektor. OVH will damit in Europa expandieren, und IDC anerkennt das Unternehmen neu als Hyperscaler.

publiziert am 28.11.2022