Diskussion um neue IT-Bildungsverordnung lanciert

9. November 2012, 17:02
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Im Zentrum der sehr gut besuchten ICT-Berufsentwicklungskonferenz, die heute im Berner Lehrlingsausbildungszentrum gibb (Gewerblich-industrielle Berufsschule) über die Bühne ging, stand die neue ICT-Bildungsverordnung.

Im Zentrum der sehr gut besuchten ICT-Berufsentwicklungskonferenz, die heute im Berner Lehrlingsausbildungszentrum gibb (Gewerblich-industrielle Berufsschule) über die Bühne ging, stand die neue ICT-Bildungsverordnung. An der neuen Verordnung arbeitet eine Kommission mit Vertretern der Lehrbetriebe, der Schulen und der Bildungsbehörden von Bund und Kantonen seit einem Jahr.
Heute nun wurde an der Konferenz eine Art "Version 0.9" der neuen Verordnung vorgestellt und zur Diskussion gebracht. Bis Ende November sollen sich Lehrbetriebe dazu äussern. Bis Ende Januar werden die Stellungnahmen konsolidiert, so dass die Verordnung dann im Februrar vom BBT in die Vernehmlassung geschickt werden kann. Hauptsächliches Ziel der neuen Verordnung ist die schweizweite Harmonisierung der Informatiker-Berufsausbildung. Dies ist heute offenbar nicht der Fall, so dass man nicht genau weiss, was einE InformatikerIn mit Eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ) wirklich kann.
Läuft alles nach Plan, so soll die neue Verordnung per Anfang 2014 in Kraft treten.
Viel Konsens im Wunsch nach der Wollmilchsau
Die Vertreter aller Interessengruppen - ausser der Lehrlinge selbst - äusserten sich heute Vormittag in Kurzvorträgen zur neuen Verordnung. Grundlegende Differenzen zwischen Bund, Kantonen, Betrieben und der IT-Branche gibt es aktuell nicht. Auch nicht zwischen der Romandie und der deutschen Schweiz, obwohl die Berufsbildung in der Romandie anders organisiert ist als östlich der Saane.
Einig ist man sich, dass eine Harmonsierung der IT-Berufsbildung notwendig ist. Ebenfalls will jede der Interessengruppen an der Modularität der Ausbildung festhalten. Dass die Ausbildung in Modulen organisiert ist, ermöglicht es, sie rasch an den technologischen Wandel anzupassen. Das wird geschätzt.
Martin Frieden, der am Berner gibb für die Informatik-Ausbildung verantwortlich ist, betonte, dass die Ausbildung weiterhin mit Wunschfächern individualisierbar sein muss und die Eigenverantwortung und eine breite Allgemeinbildung der Lehrlinge weiterhin gefördert werden sollte.
Bei allem Konsens wurde aber auch klar, dass man sich bei der Arbeit an der neuen Verordnung auf der Suche nach der bekannten Wollmilchsau befindet. Die Ausbildung soll flexibel sein, aber trotzdem klar strukturiert sein. Die Qualität der Bildung im Lehrbetrieb sollte sich an Standards halten, doch darf auch nicht zu viel Regulierung die Firmen vergraulen. Und eben: Die Informatik-Lehre soll schweizweit vergleichbar werden, doch sollen weiterhin regionale Unterschiede berücksichtigt werden.
Die Kommission wird die noch zu überwindenden Differenzen zweifellos noch beseitigen können - die Stimmung unter den vielen Teilnehmern der Konferenz war eindeutig positiv.
Schade nur: Was die Lehrlinge selbst von ihrer heutigen und der künftigen Ausbildung halten, war heute nicht zu vernehmen, denn sie waren unter den Interessengruppen nicht vertreten. (Christoph Hugenschmidt)

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