Disti-Allianz EWG weiterhin in rascher Expansion

14. November 2006, 12:20
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"Abstand zu Nr. 2 in Europa verringert."

"Abstand zu Nr. 2 in Europa verringert".
Die paneuropäische Distributoren-Allianz EWG (Also/GNT, Copaco, Esprinet) wurde bei der Gründung 2002 (auch von uns) mit einer gewissen Skepsis betrachtet. Die Allianz positioniert sich gegenüber Herstellern wie Cisco und HP als Alternative zu den beiden weltweit aktiven Riesen Tech Data und Ingram sowie zum Paneuoropäer Actebis. Man fragte sich bei der Gründung der EWG, ob die recht unterschiedlichen Distis, teils börsenkotiert, teils in Privatbesitz, ihre Interessen unter einen Hut bringen würden.
Tatsächlich ist es der EWG gelungen, in den vier Jahren seit der Gründung den Konsolidierungsprozess in der europäischen Disti-Szene heftig voranzutreiben und sich mit einem Umsatz von etwa 6,5 Milliarden Euro per 2007 als klare Nummer 3 in Europa zu positionieren. Zum Vergleich: der zweitgrösste Disti in Europa, Ingram Micro, setzte 2005 etwa 8 Milliarden Euro um.
Das Grosse Fressen
Die Kritiker haben unrecht behalten, denn die EWG-Mitglieder (ausser der britischen Westcoast, die beim verunglückten Versuch Actebis zu übernehmen, aus der EWG ausschied) betätigen sich als Konsolidierer. So übernahm die holländische Copaco den belgischen UE-Disti WestCase und stärkte damit die EWG-Position in Benelux. Die italienische Esprinet wird den spanischen Disti UMD kaufen und damit Nr. 1 in Spanien und ein starker Dominator in Italien, wo Esprinet sich die lokale Actebis-Niederlassung einverleiben möchte.
Also ist ist in der Schweiz - und seit der Übernahme von GNT auch in Finnland und den baltischen Ländern die unangefochtene Nummer 1 und eine starke, im Gegensatz zur Konkurrenz gut funktionierende Nr. 2 in Deutschland. Mit GNT setzen Also und damit auch die EWG einen Fuss in den wichtigen osteuropäischen Markt (Polen).
Da grosse Hersteller wie HP mit möglichst wenigen Distributoren zusammenarbeiten wollen, um ihre Kosten tief zu halten, wird der "Footprint" eines Distributors immer wichtiger. An der EWG kommen sie nicht mehr vorbei - obwohl noch einige Länder im "Footprint" der Allianz fehlen. "Weisse Flecken" hat die EWG noch in Frankreich und Grossbritannien sowie in einigen wichtigen, da schnell wachsenden Ländern Osteuropas.
Weissmann gibt Präsidium ab
Turnusgemäss wird Thomas Weissmann, der die EWG in den letzten zwei Jahren als Präsident leitete, den Job per Anfang nächstes Jahr an Alex Sozonoff abgeben. Der HP-Veteran Sozonoff ist seit Anbeginn mit dem etwas rätselhaften Titel eines "Chairman" bei der EWG an Bord. (Christoph Hugenschmidt)

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