Distributor Actebis wechselt wieder die Hand

5. August 2009, 09:42
  • international
  • verkauf
  • distributor
image

Wertverlust: Von 110 auf 40 Millionen in zwei Jahren.

Wertverlust: Von 110 auf 40 Millionen in zwei Jahren.
Der paneuropäische Distributor Actebis wechselt einmal mehr die Hand: Der neue Besitzer heisst Droege Capital GmbH und ist eine Beteiligungsgesellschaft, die zum grossen deutschen Berater Droege International Group gehört.
Droege bezahlt für Actebis samt den Länderniederlassungen in Österreich, den Niederlanden, Frankreich, Dänemark, Norwegen und Schweden sowie dem deutschen Telekom-Disti NT plus "mindestens" 40 Millionen Euro. Der Preis kann gemäss dem Verkäufer Arques je nach Geschäftsgang noch steigen. Die deutsche Beteiligungsgesellschaft Arques hatte Actebis im Juli 2007 vom Otto-Konzern für 110 Millionen Euro gekauft.
Von den (mindestens) 40 Millionen Euro, die Arques für Actebis noch bekommt, wird nicht viel in der Kasse bleiben, hat der Finanzinvestor doch noch Bankschulden von 30 Millionen Euro, die mit dem Actebis-Kauf verknüpft sind und die er nun zurückzahlen muss. Noch Ende 2007 hatte Arques davon geträumt, Actebis an die Börse bringen zu können und glaubte an einen Wert des Distis von 297 Millionen Euro. Zum Vergleich: Die Schweizer Börse bewertet aktuell den Actebis-Konkurrenten Also mit ungefähr 200 Millionen Franken.
Der neue Actebis-Besitzer Droege Capital verfolgt nach eigenen Angaben eine "buy-and-build-Strategie" und ist ein "Sanierungsspezialist", will Actebis also über längere Zeit behalten. Das Actebis-Management rund um Klaus Hellmich unterstützt den Deal gemäss einer Pressemitteilung von heute. Droege Capital ist allerdings bekannt dafür, bei sanierungsbedürftigen Firmen nach der Übernahme die Führung auszuwechseln.
Arques' Ausflug in die IT-Distribution ist mit dem Verkauf von Actebis und NT plus beendet und kann als durchwegs missglückt bezeichnet werden. Erst vor Kurzem "verkaufte" Arques die tiscon AG, zu der auch die ehemals schweizerische COS Distribution GmbH gehört an eine russische Investorengruppe. Diese liess tiscon und COS flugs in die Insolvenz schlittern und behauptet, tiscon gar nicht gekauft zu haben. (Christoph Hugenschmidt)

Loading

Mehr zum Thema

image

Beschluss für europaweit einheitliche E-ID gefasst

Die eIDAS-Verordnung der EU verpflichtet alle Mitgliedstaaten, eine einheitliche digitale Identität anzubieten. Europa scheint nicht aus den Fehlern der Schweiz gelernt zu haben.

publiziert am 7.12.2022 1
image

San Francisco: Vorerst doch keine Roboter zum Töten

In einer zweiten Abstimmung hat sich das kommunale Gremium doch noch gegen die Richtlinie entschieden.

publiziert am 7.12.2022
image

Microsoft will eine "Super-App" schaffen

Der Konzern will die chinesische App Wechat kopieren. Für den Vertrieb der Anwendung wird man allerdings weiterhin auf die Konkurrenz angewiesen sein.

publiziert am 7.12.2022
image

Drivetek in die USA verkauft

Der Engineering-Dienstleister stellt Hard- und Software für verschiedene Antriebstechniken her. Nun wurde das Startup für mehrere Millionen Franken veräussert.

publiziert am 7.12.2022