Doch wieder mehr Bewilligungen für IT-Spezialisten

26. April 2010, 16:03
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Der Bundesrat dürfte auf den Druck der IT- und Hightech-Industrie in der Schweiz reagieren.

Der Bundesrat dürfte auf den Druck der IT- und Hightech-Industrie in der Schweiz reagieren.
Der Bundesrat wird sehr wahrscheinlich auf seinen Beschluss, die Anzahl der Arbeitsbewilligungen für Spezialisten von ausserhalb des EU-Raums zu halbieren, zurückkommen. So sagte Seco-Chef Jean-Daniel Gerber letzte Woche in einem Interview mit dem Magazin 'L'Hebdo', der Bundesrat könnte noch vor Mitte Jahr ein weiteres Kontingent Arbeitsbewilligungen frei geben.
Im Dezember 2009 hat der Bundesrat beschlossen, die Zahl der Arbeitsbewilligungen für Spezialisten aus Nicht-EU-Ländern glatt zu halbieren und den Kantonen 2010 nur noch total 5'500 solche Bewilligungen zu erlauben. Bereits im Februar griff der IT-Wirtschaftsverband Swico das Thema auf Der Internet-Riese, der in Zürich ein grosses Entwicklungszentrum betreibt, habe Projekte in anderen Länder verlegen müssen, weil er keine Bewilligungen für die nötigen Spezialisten bekommen konnte. Google scheint mächtig Druck gemacht zu haben und entsandte offenbar mit Urs Hölzle gleich einen internationalen Top-Manager zu einem Treffen, das am 14. April in den Büros des Secos stattfand.
Das zuständige Justizdepartement (EJPD) von Bundesrätin Widmer-Schlumpf scheint gewillt, dem Bundesrat einen ensprechenden Antrag zu stellen. So will man das Thema im Bundesrat früher als vorgesehen zur Sprache bringen und die Anliegen der Wirtschaft und der Kantone aufnehmen, wie die 'NZZ am Sonntag' berichtete.
"Gut koordiniertes Lobbying"
Dass die Zahl der verfügbaren Arbeitsbewilligungen für Nicht-EU-Bürger wieder auf die letztjährige Höhe (11'000) gehievt werden soll, ist auch die Einschätzung von Ruedi Noser, Nationalrat, IT-Unternehmer und Präsident von ICTSwitzerland. Er sprach gegenüber inside-it.ch von "Hoffnung", dass der Bundesrat auf den ursprünglichen Plan zurückkommen werde. Noch müsse der Druck aber aufrecht erhalten werden, so Noser.
Erfreulich: Die langanhaltenden Anstrengungen, der IT-Industrie eine etwas stärkere Stimme im politisch-gesellschaftlichen Konzert zu verschaffen, scheinen zu fruchten. ICTSwitzerland-Präsident Noser: "Auch Swico ist gegen die Halbierung der Kontingente angerannt. Wir haben ein gut koordiniertes Lobbying aufgezogen."
So hat Swico-Präsident Andreas Knöpfli die Interessen seiner Mitglieder an der besagten Sitzung im Seco vertreten, wie Swico-Geschäftsführer Paul Prändli auf Anfrage sagte. (Christoph Hugenschmidt)

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