Domino Cloud Computing: Zuerst schauen, dann mitmachen

8. August 2012, 10:13
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Eine Studie zum Thema Domino Cloud Computing besagt: Schweizer Firmen haben etwas Skepsis aber keine Abneigung gegen den Einstieg in die Cloud.

Eine Studie zum Thema Domino Cloud Computing besagt: Schweizer Firmen haben etwas Skepsis aber keine Abneigung gegen den Einstieg in die Cloud.
Das auf Lotus-Notes-Umgebung spezialisierte Softwareunternehmen Ategra untersuchte in einer Studie Schweizer Unternehmen aller Grössen, Branchen und Regionen im Bereich Domino Cloud Computing (DCC).
Was versteht man unter Domino Cloud Computing überhaupt? Einerseits den Betrieb der Lotus Domino Infrastruktur in der Cloud, andererseits die automatisierte Administration von Usern, Gruppen oder Anwendungen. In erster Linie untersuchte Ategra die Absicht der Unternehmen in die Cloud einzusteigen. Domino Cloud Computing sei ein aktuelles und kontroverses Thema mit dem sich schon heute fast alle Unternehmen beschäftigen, besagt die Studie aber das Fazit ist: Bis jetzt hat noch keines der 77 befragten Unternehmen den Schritt gewagt.
Die befragten Unternehmen und Institutionen haben zwischen 4 und 11'500 Lotus Domino User. 95 Prozent der Befragten nutzen Lotus-Notes-Clients und nur 5 Prozent Web-Clients. Die Lotus-Notes-Anwendungen werden demzufolge mehrheitlich via Notes-Clients genutzt und nur 10 Prozent laufen über Web-Clients.
Branche und Grösse steuern die Datenhaltung
Eine weitere Erkenntnis machte Ategra im Bereich Datenhaltung und Sicherheit: 40 Prozent der Befragten vertrauen ausschliesslich der Schweiz und können sich nicht vorstellen, ihre Daten im Ausland zu lagern. Weitere 40 Prozent wollen ihre Daten vorzugsweise in der Schweiz behalten und 20 Prozent gaben an, dass sie bereits Daten im Ausland lagern. Generell wollen die Befragten den Einstieg in die Cloud lieber zuerst bei der Konkurrenz beobachten und als Zuschauer mitverfolgen. Erstaunlicherweise gibt es keine technischen Einwände gegen Cloud Computing. Auch die skeptischsten Teilnehmer erwarten keine grossen Risiken bei einer Umstellung.
Aber beim Betrieb hingegen sieht die Lage ganz anders aus: Niemand will seine Daten einer Drittperson "abgeben" und die Kontrolle verlieren. "Die Datenhaltung ist der Knackpunkt. Wo landen meine Daten? In keinem Fall dürfen sie in den USA oder im asiatischen Raum gelagert werden", lässt sich ein IT-Leiter eines Industrieunternehmens in der Studie zitieren.
Die drei grössten Sorgen bezüglich Datensicherheit sind: 1. Das Risiko Datenverlust aufgrund unklarer Methodik der Datenspeicherung im Sinne von Backup und Restore. 2. Das Risiko des unbefugten Zugriffs durch aussenstehende Personen und 3. Das Risiko der Datenhaltung im Ausland im Falle von juristischen Auseinandersetzungen mit ausländischen Behörden.
Die vollständige Studie kann für 90 Franken hier bezogen werden. (hal)

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