"Downgrade": Sammelklage gegen Microsoft

18. Februar 2009, 16:12
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Microsoft: "Wir haben an den XP-Downgrades" nichts verdient.

Microsoft: "Wir haben an den XP-Downgrades" nichts verdient.
Am 11. Februar reichte eine gewisse Emma Alvarado aus Los Angeles eine Sammelklage gegen Microsoft ein. Frau Alvarado hatte am 20. Oktober 2008 einen PC, auf dem Windows Vista vorinstalliert war, von Lenovo gekauft. Frau Alvarado bezahlte 59.25 Dollar für das Recht, nachträglich Windows XP auf dem PC zu installieren - ein Verfahren, das Microsoft "Downgrade" nennt.
Sie verlangt nun für sich und alle anderen US-Bürger, die etwas für einen "Downgrade" bezahlen mussten, Schadenersatz und fordert zudem, dass Microsoft das unrechtmässige Verhalten ("wrongful conduct") aufgebe.
Microsoft wollte ursprünglich Windows XP nur bis Juni 2008 an PC-Hersteller als so genannte OEM-Lizenzen ausliefern, krebste dann aber zurück und verlängerte die Frist bis Ende Februar 2008. Zudem werden ultrakleine Notebooks, die so genannten 'Netbooks' weiterhin mit Windows XP ausgeliefert.
In der Klage wird nun behauptet, Microsoft habe ursprünglich von den PC-Herstellern 104 Dollar für das Recht auf "Downgrade" verlangt, respektive sowohl für das zwingend vorinstallierte Windows Vista wie auch für XP Geld verlangt. Microsoft habe damit "enorme" Profite erzielt, heisst es in der Klage. Die Redmonder hätte ihre Monopolstellung ausgenützt, um den PC-Herstellern Windows Vista aufzuzwingen und habe so den Markt in Sachen PC-Betriebssystemen ausgeschaltet.
Microsoft wehrte sich gegenüber der US-Ausgabe von 'Computer Reseller News', wo wir die Geschichte fanden, mit der Bemerkung, man verlange keine zusätzlichen Lizenzgebühren, wenn ein Kunde seine Downgrade-Rechte einlöse. Einige Kunden könnten halt Datenträger oder "Installations-Services" benötigen, um Windows XP zu installieren, wofür dann eben etwas zu bezahlen sei.
Sammelklagen pflegen sich in den USA manchmal über viele Jahre hinzuziehen. Wir schliessen uns der Einschätzung von 'CRN' an, dass es vielleicht noch Jahrzehnte dauern wird, bis Microsoft die "Vista"-Story wird aus seinen Geschichtsbüchern tilgen können. (Christoph Hugenschmidt)

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