DRAM- und NAND-Flash-Preise weiter unter Druck

17. September 2010, 09:57
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Die Speicherindustrie hat derzeit nichts zu lachen.

Die Speicherindustrie hat derzeit nichts zu lachen. Da die Nachfrage nach PCs lahmt, sind die DRAM-Preise weiter am Sinken, wobei einige Chiphersteller versuchen, den Druck auf die Moduleanbieter weiterzugeben. Wie es aus Industriekreisen in Taiwan heißt, sind die Konfektionierer teilweise gedrängt worden, die Preise für bestimmte DRAM-Module um zehn bis 20 Prozent zu senken. Im Schnitt sollen die Kontraktpreise für Packaging und Testing Ende 2010 um fünf bis zehn Prozent fallen.
Auch wenn manch einer sagt, die Krise sei überstanden, hat sich die wirtschaftliche Stimmung in Nordamerika wieder eingetrübt; Europa hat immer noch damit zu kämpfen, dass ganze Volkswirtschaften fast in die Pleite gerutscht sind; und auch der Boom in China lässt nach, wie die Verkäufe zum Tag der Arbeit und die Pre-Orders für den Nationalfeiertag am 1. Oktober zeigen. Die vor allem für Industrie und Handel wichtigen "Goldenen Feiertage" im Reich der Mitte (mit dem lunearen Neujahrsfest als drittem Feiertag) waren auch schon mal goldener. Dementsprechend düster sind die Aussichten für den PC-Markt im vierten Quartal 2010.
Smartphones scheinen gegen den allgemeinen Blues anzutönen, brauchen aber wie Apples iPhone und iPad weit weniger Speicher als Desktop-PCs und Notebooks. Folglich bleibt auch die Nachfrage nach NAND-Flash-Produkten hinter den Erwartungen zurück, und auch hier sind die Preise weiter unter Druck. Dabei verkaufen sich die iPhones und iPads wie warme Semmeln, und die Mac-Company schöpft derzeit für das kommende Weihnachtsgeschäft viel von den weltweiten Kapazitäten ab, was die Hoffnung genährt hat, dass sich die NAND-Flash-Preise erholen würden. Tatsächlich sind die Vertragspreise für Chips vom Typ MLC mit 32 und 64 Gigabit laut DRAMeXchange Anfang September aber um fünf bis acht Prozent auf 5,57 respektive 11,78 Dollar gesunken, die für 16Gb-Chips etwas moderater auf 3,80 Dollar.
Scott Chen, Vizepräsident von Kingston APAC, hat unlängst gewarnt, dass Taiwans DRAM-Industrie in eine neue Krise schliddern könnte, wenn die Nachfrage in den nächsten drei bis vier Quartalen weiter verhalten bleibt. Da der Preis für 2-Gigabit-Chips auf bedrohliche 1,50 Dollar zusteuert, müssen die einheimischen Hersteller ihre Fertigungsprozesse von derzeit 50 und 60 Nanometer (nm) auf 40 nm umstellen, zumal Weltmarktführer Samsung die Prozesse weitgehend auf 46 nm umgestellt und die nächsten Generationsschritte eingeleitet hat, so Chen.
Solange die Nachfrage nach DRAM-Modulen und NAND-Flash-Produkten nicht deutlich anziehe, bleibe Kingston bei der Strategie, lieber den Outsourcing-Anteil zu erhöhen als die eigenen Kapazitäten auszubauen. Aktuell fertige man 70 bis 80 Prozent der Produkte selbst, erklärte der Kingston-Vize. (Klaus Hauptfleisch)

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