Drei von vier Banken lagern ihre IT aus

15. Dezember 2015, 14:59
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Die Kantonalbanken sind die Outsourcing-affinsten Banken, so die Ergebnisse des Marktforschers Active Sourcing.

Die Kantonalbanken sind die Outsourcing-affinsten Banken in der Schweiz, so die Ergebnisse des Marktforschers Active Sourcing.
Erste Ergebnisse des "Handout Swiss Banking 2015" wurden vergangene Woche publiziert, nun liegt die vollständige Marktstudie von Active Sourcing vor. Damit untersucht das auf Outsourcing spezialisierte Beratungsunternehmen die Kernbankenlösugenen und Sourcing-Entscheidungen der Banken in der Schweiz. Insgesamt liegen die Ergebnisse von 222 Instituten vor. 127 Banken haben ihre IT zumindest teilweise ausgelagert, etwa den Rechenzentrumsbetrieb, oder das Application- und Workplace-Management.
Je mehr Mitarbeiter eine Bank hat, desto kleiner die Wahrscheinlichkeit, dass die IT ausgelagert wird. Von den Instituten mit mehr als 500 Mitarbeitern haben weniger als 60 Prozent ihre IT an einen Outsourcer übergeben. Bei den kleineren Banken sind es über 80 Prozent. Zudem ist der Outsourcing-Grad bei den Instituten mit weniger als 500 Mitarbeitenden im Vergleich zum Vorjahr leicht angestiegen, wie Active Sourcing schreibt.
Welche Services werden ausgelagert?
Im vergangenen Jahr ist der Auslagerungsgrad sowohl beim Application Management (AM) als auch beim Rechenzentrumsbetrieb leicht gestiegen und liegt nun bei 75 Prozent. Beim AM würden sich grössere Banken meist ein spezifisches Supportmodell wünschen, wie die Marktforscher schreiben. So können sie die bankfachliche Kompetenz durch die eigenen Mitarbeiter sicherstellen und an den Outsourcing-Partner werden insbesondere die Second-Level-Aufgaben delegiert.
Etwas mehr als die Hälfte der untersuchten Banken lagert Druck und Versand aus. Insbesondere Privat- und Anlagebanken würden dies häufig selbst übernehmen. Ausserdem sind die grossen Häuser zurückhaltender, wenn es um die Auslagerung von Druck und Versand geht.
Ebenfalls weniger als 50 Prozent der Banken lagern das Workplace- und Netzwerk-Management aus. Obwohl die Kosteneinsparungen in diesem Bereich potentiell vergleichsweise hoch wären, sind die Banken hier zurückhaltend. Zwischen 2007 und 2012 ist dieser Wert stetig gestiegen. Doch in den vergangenen zwei Jahren ist das Outsourcing der individuellen Datenverarbeitung wieder rückläufig. Bei den Banken mit mehr als 500 Mitarbeitern liegt der Anteil bei 38 Prozent.
Kantonalbanken lagern IT mehrheitlich aus
Ebenfalls untersucht wurden die 24 Schweizer Kantonalbanken. Wie die Autoren schreiben, haben sich 22 der 24 Kantonalbanken für ein IT-Outsourcing entschieden. Nur die Schaffhauser und die Zürcher Kantonalbank erledigen ihre IT demnach vollständig selbst. 13 der 22 Institute lagern ihre IT an einen einzigen Anbieter aus.
Mit über 90 Prozent der Institute ist IT-Outsourcing bei den Kantonalbanken überdurchschnittlich häufig. Knapp darauf folgen die Regionalbanken und mit rund 61 Prozent sind die Privatbanken deutlich zurückhaltender. Mit 56 Prozent lagern die Universalbanken ihre IT am seltensten aus, so die Studienergebnisse.
Marktführer bei den Outsourcing-Unternehmen ist nach wie vor Swisscom, gefolgt von Inventx und B-Source. In den vergangenen Jahren musste der Telco jedoch Marktanteile abgeben. (kjo)

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