Düstere Wolken am ERP-Markt

3. April 2009, 14:29
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Der westeuropäische Markt für Business-Software wird im laufenden Jahr gemäss IDC schrumpfen. Aber CRM bleibt gefragt.

Der westeuropäische Markt für Business-Software wird im laufenden Jahr gemäss IDC schrumpfen. Aber CRM bleibt gefragt.
Die Finanzkrise beginnt, ins ERP-Geschäft durchzuschlagen. So prognostiziert der Marktforscher IDC für das laufende Jahr einen Rückgang der Ausgaben für betriebswirtschaftliche Software in Westeuropa. Ähnliche Aussagen wurden von Ausstellern an der Berner ERP-Messe Topsoft diese Woche gemacht. Vor allem Firmen mit Industriekunden berichteten von einem klaren Rückgang an neuen Projekten und Kunden auf heftigem Sparkurs.
IDC hat unlängst 515 westeuropäische IT-Entscheider zu ihren Software-Budgets befragt. Immer ein Fünftel der Befragten sagten, ihre ERP-Budgets seien dieses Jahr tiefer oder sehr viel tiefer als 2008. Vor allem Firmen mit mehr als 2'500 Mitarbeitenden scheinen ihre Ausgaben für betriebswirtschaftliche Software deutlich einschränken zu wollen.
Besser sieht es hingegen bei Infrastruktur-Software (Datenbanken, Security, Systemmanagament und natürlich Virtualisierungslösungen) aus. Für dieses Segment wollen die befragten Anwender mehr Geld ausgeben als letztes Jahr. Dies ist nicht erstaunlich, kann man doch mit Management-Lösungen den Betrieb der Infrastrukturen rationalisieren.
CRM scheint krisenresistent
Anders als während der New-Economy-Krise (2001 bis 2003), als die Ausgaben für Systeme für Kundenpflege (Customer Relationsship Management) eingeschränkt wurden, hält sich das Segment in der jetzigen Krise gut. "Wir sehen viele Organisationen, die in Sales Force Automation, E-Commerce, Internet-Marketing, Kundenbindungsprogramme und Online-Selbstbedienungssysteme investieren, um ihre Verkaufs- und Abwicklungskosten zu senken," so Bo Lykkegaard von IDC.
Die Umfrage zeige, dass ungefähr ein Viertel bis ein Drittel der Firmenanwender in den "Überlebensmodus" eingetreten seien. Man sehe aber auch ein grosses Kundensegment, das jetzt in Prozessautomatisierung und Effizienzsteigerung innerhalb und ausserhalb der IT-Abteilung investiere. (Christoph Hugenschmidt)

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