Dunkle Wolken über Fujitsu Siemens verdichten sich

6. August 2008 um 10:45
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Siemens will angeblich aus dem Joint-Venture mit Fujitsu aussteigen, Fujitsu will auch nicht mehr so richtig. Wer kauft also Fujitsu Siemens?

Siemens will angeblich aus dem Joint-Venture mit Fujitsu aussteigen, Fujitsu will auch nicht mehr so richtig. Wer kauft also Fujitsu Siemens?
Bereits vor knapp einem Monat berichteten wir, dass sich der Siemens-Konzern offenbar ernsthaft überlegt, aus dem Joint-Venture mit Fujitsu auszusteigen. Nun verdichten sich die Anzeichen, denn heute verbreitet die oft gut informierte US-Zeitung 'The Wall Street Journal' unter Berufung auf ungenannte Quellen, Siemens habe die japanische Partner definitiv davon informiert, dass man das Joint-Venture beenden wolle. Beide Partner können bis Ende Jahr den Zusammenarbeitsvertrag aufheben.
Der japanische Technologiekonzern und vor allem IT-Dienstleister Fujitsu hätte ein Vorkaufsrecht auf die Anteile von Siemens am Joint-Venture. Doch will Fujitsu einen Computer-, insbesonders einen (europäischen) PC-Hersteller? Äusserungen von Fujitsu-Chef Kuniaki Nozoe an einer Medienkonferenz gestern lassen daran zweifeln. Er soll gemäss 'Reuters' gesagt haben, Server seien wichtig für die Strategie von Fujitsu, PCs weniger.
Dies deutet nicht gerade auf ein brennendes Interesse am Joint-Venture hin, denn Fujitsu-Siemens stellt in Deutschland PCs und Intel-Server her, die Fujitsu in Asien und den USA vertreibt. Die Highend-Unix-Server von Fujitsu Siemens kommen - wie auch die Notebooks - hingegen aus Japan. Fujitsu Siemens tritt hier wie auch bei den Speichergeräten, die von EMC kommen, nur als Reseller auf. Fujitsu stellt übrigens auch Mainframe-Rechner her, die in Japan und Asien eine Rolle spielen.
Auch das Siemens aus dem Joint-Venture aussteigen möchte, ist nicht wirklich eine Überraschung. Der deutsche Elektrokonzern ist systematisch aus nicht oder wenig profitablen Geschäftszweigen wie dem Handy-Business ausgestiegen und Fujitsu Siemens ist nicht eben einen Rendite-Perle.
Wer kauft Fujitsu Siemens - zu welchem Preis?
Behält die US-Wirtschaftszeitung recht, so steht Fujitsu Siemens vor sehr, sehr ungewissen Zeiten. Denn Fujitsu Siemens hat zwar einige Stärken, etwa im Bau von virtualisierten Infrastrukturen für SAP, doch ist der deutsch-japanische Konzern nicht mal im deutschen PC-Geschäft mehr die Nummer 1.
Angeblich soll Fujitsu Siemens zwischen zwei und drei Milliarden Euro wert sein. Doch Käufer sind in der stark globalisierten PC-Industrie nur wenige unterwegs. Acer kaufte vor einem Jahr mit Gateway und Packard Bell zwei PC-Marken auf (Christoph Hugenschmidt)

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