E-Commerce: Hohe Kundenerwartung und Druck aus dem Ausland

10. Juli 2014, 13:24
  • logistik
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Die E-Commerce-Anbieter sind en gros optimistisch. Wettrüsten auf der Ebene der Logistik.

Die E-Commerce-Anbieter sind en gros optimistisch. Wettrüsten auf der Ebene der Logistik.
"E-Commerce-Umsätze entwickeln sich besser als der Gesamtmarkt." Das besagt der jüngste E-Commerce-Report Schweiz. Denn immer mehr Angebote und unterstützende Dienstleistungen machen den Onlineeinkauf attraktiver, die Medienkompetenz der Konsumenten wächst und die Digital Natives erlangen zunehmend Kaufkraft. Durch die hohe Verbreitung von Smartphones und Daten-Flat-Rates sind immer mehr Konsumenten online, Anbieter holen sie zunehmend mobile-spezifisch ab.
Ein regelrechtes Wettrüsten findet auf der Ebene der E-Commerce-Logistik statt. Noch kann in vielen Branchen die Mehrheit der Kundenanforderungen mit einer Lieferzeit von 48 Stunden erfüllt werden. Auf fünf Jahre gesehen geht der Trend aber zu Next Day Delivery, wie es in der Elektronikbranche bereits heute etabliert ist. Im Supermarktsegment sind punktuell bereits Same-Day-Delivery-Lösungen anzutreffen.
Zudem werden die kanalübergreifenden Geschäftskonzepte immer wichtiger, heisst es weiter. "Kunden denken nicht in Kanälen - Sie nutzen die Services wo immer sie bereit gestellt werden."
Überlegene ausländische Anbieter
Die Kleinheit des Schweizer Marktes ist Fluch und Segen zugleich: Einerseits ist sie der Grund dafür, dass Anbieter aus der Schweiz heraus im internationalen Massstab Mühe haben, konkurrenzfähig zu sein. Andererseits bewirkt sie, dass die Kapitalströme auf der Suche nach grossen und attraktiven Märkten für Blitzeroberungen à la Zalando der Schweiz noch vergleichsweise wenig Aufmerksamkeit schenken.
Übermächtige ausländische Anbieter und ein extremer Leistungsdruck infolge immer höher geschraubter Kundenerwartungen sind die beiden einzigen Risiken, die viele Studienteilnehmer beschäftigen. Davon abgesehen wird überwiegend erwartet, dass die aktuellen Anstrengungen und Investitionen Früchte tragen werden, und dass sich die Ertragssituation in fünf Jahren besser darstellen wird als heute.
Laut dem Report, sind die wichtigsten Aktivitäten für 2014 der Ausbau des Produkt- und Leistungsangebots, bessere Unterstützung mobiler Endgeräte, Verbesserung der Benutzerfreundlichkeit und der Präsentation im Webshop und natürlich des Suchmaschinen-Rankings.
Der E-Commerce-Report Schweiz beleuchtet die Entwicklung des B2C-E-Commerce aus Sicht der Schweizer Anbieter. An der Studie 2014 beteiligten sich insgesamt 34 Geschäftsführer oder E-Commerce-Verantwortliche. Sie wird von der Fachhochschule Nordwestschweiz durchgeführt, im Auftrag des Zürcher Unternehmens Datatrans. (lvb)

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