E-Commerce: Päckli aus China könnten teurer werden

26. September 2019, 14:11
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In Genf fand diese Tage ein ausserordentlicher Kongress des Weltpostvereins statt.

In Genf fand diese Tage ein ausserordentlicher Kongress des Weltpostvereins statt. Er wurde einberufen, um Anpassungen am Endkostenvergütungssystem im internationalen Handel für kleine Pakete zu verhandeln, teilt das Bakom mit. Die Modernisierung des geltenden Systems sei im Zuge der zunehmenden Bedeutung von E-Commerce diskutiert worden.
Konkret dürfen Postbetreiber im Empfängerland von internationalen Sendungen künftig selbst festlegen, wie viel sie für die Endzustellung verlangen. Dies aber in einem "gewissen Rahmen", wie es in einer Mitteilung heisst. Dies habe der Verein, der die Regeln global definiert, im Konsens beschlossen. Die Anpassungen könnten bedeuten, dass Sendungen aus dem boomenden E-Commerce-Markt China nun teurer werden, kommentiert 'Eurones.com'.
Das Vergütungssystem des internationalen Postsektors nahm Rücksicht auf den Entwicklungsstand wirtschaftlich benachteiligter Länder. Das heisst, dass Sendungen aus weniger entwickelten Ländern zu vergleichsweise günstigen Tarifen überall zugestellt wurden. Zu diesen ärmeren Ländern gehört auch China. Das System will damit Postorganisationen in ärmeren Ländern unterstützen, um die weltweite Versorgung mit Postdiensten zu fördern.
Hintergrund der Verhandlungen war auch eine Ankündigung der USA, ihre Mitgliedschaft im Weltpostverein per 2019 zu künden. Denn die bisherige Regelung würde es chinesischen Händlern erlauben, US-Konkurrenten deutlich zu unterbieten. Der Versand aus China sei für gewisse Pakete billiger, als der Versand innerhalb der USA, berichtet 'Eurones.com'. Aufgrund der nun beschlossenen Änderungen bleibe die USA bis auf weiteres Mitglied des Weltpostvereins.
Der Weltpostverein (UPU, Union Postale Universelle) wurde 1874 gegründet und ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen mit Sitz in Bern. Er sorgt eigenen Angaben zufolge dafür, dass das Postnetzwerk auf physischer, finanzieller und elektronischer Ebene funktioniert. Etwa legt der UPU die Regeln für den internationalen Postverkehr fest und gibt Empfehlungen zur Modernisierung von Produkten und Dienstleistungen ab. (kjo)

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