E-Government-Ranking in Europa: Schweiz nun Schlusslicht

23. November 2009, 17:11
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Die Schweiz macht auch Fortschritte, aber andere waren schneller.

Die Schweiz macht auch Fortschritte, aber andere waren schneller.
Die Verantwortlichen für die Umsetzung der E-Government-Strategie in der Schweiz mühen sich redlich und können auch Erfolge vorweisen: Die "Webifizierung" der Verwaltung schreitet langsam aber stetig voran und Jahr für Jahr können etwas mehr Vorgänge im Umgang mit Behörden sowohl von Privatleuten als auch Unternehmen online erledigt werden.
Ebenfalls Jahr für Jahr dürfte den Verantwortlichen das E-Government-Ranking der europäischen Länder, bei dem sich die Schweiz traditionell in der Schlussgruppe findet, allerdings einen moralischen Dämpfer versetzen. Und dieses Jahr fällt dieser, zumindest wenn man die beiden Ranglisten betrachtet, noch etwas heftiger aus: In der ersten Rangliste ist die Schweiz ganz an den Schluss zurückgefallen, in der zweiten auf den viertletzten Rang.
In der im Auftrag der EU von diversen Marktforschern durchgeführten Benchmark-Studie werden 20 grundlegende Behördenvorgänge in den 27 EU-Mitgliedsstaaten sowie in der Schweiz, Kroatien, Island und Norwegen betrachtet. Die Länder werden einerseits danach rangiert, wieviele dieser Vorgänge komplett online abgewickelt werden können und andererseits nach dem durchschnittlichen Grad ihrer Online-Umsetzung. In der Rangliste nach Vollverfügbarkeit wurde die Schweiz im Vergleich zu 2007 auch noch von Bulgarien überholt und liegt nun mit 32 Prozent ganz am Schluss der 31 Länder.
Nur wenig besser sieht es bei der "Sophistication", dem durchschnittlichen Grad der Online-Umsetzung der 20 einzelnen Vorgänge zwischen "Informationen online verfügbar" und "Vorgang voll elektronisch abwickelbar" aus. Hier hat die Schweiz seit 2007 zwei Ränge verloren und liegt nun mit einem Wert von 67 Prozent vor Bulgarien, Rumänien und Kroatien auf dem 28. Platz. Der Wert von 67 Prozent bedeutet in Worte umgesetzt, dass man einen Vorgang typischerweise online zumindest in Gang bringen kann.
Anzumerken ist allerdings, dass die Schweiz in den letzten Jahren zumindes beim Tempo der E-Government-Umsetzung mit dem Schnitt der europäischen Staaten mithalten konnten. Im Schnitt wuchs der Grad der Online-Vollverfügbarkeit in den 31 betrachteten Ländern von 59 auf 71 Prozent, in der Schweiz von 21 auf 32 Prozent. Die "Sophistication" stieg im gleichen Zeitraum in allen Ländern von 76 auf 83 Prozent, in der Schweiz von 60 auf 67 Prozent. (Hans Jörg Maron)

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