E-Government-Studie: Nutzung nimmt zu, aber Zufriedenheit nimmt ab

18. Januar 2021 um 13:43
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Laut einer Umfrage der Boston Consulting Group liegt die Schweiz zudem im internationalen Vergleich weiterhin zurück.

Laut dem "2020 Digital Government Citizen Survey" der Boston Consulting Group ist die Nutzung von E-Government-Services in der Schweiz weiter gestiegen. 2020 benutzten gemäss der Studie 38% der Befragten digitale Verwaltungs-Services, bei der letzten Umfrage 2018 waren es 32%.
Trotz dieser Zunahme (und trotz der Coronakrise, möchte man anfügen) ist die Intensität der Nutzung von E-Government-Services in der Schweiz im Vergleich zu vielen anderen Ländern nicht sehr hoch. Die Umfrage für 2020 wurde in 36 Ländern durchgeführt, mit 38% liegt die Schweiz unter diesen Ländern auf Rang 27. Am häufigsten werden digitale Services in Bangladesch (78%), Indien (75%) und Saudi Arabien (70%) genützt. Die Schlusslichter unter den untersuchten Ländern sind Holland und Kanada mit je 30%.
Während die Nutzung zunahm, sank allerdings laut der Umfrage die Zufriedenheit der Anwender mit diesen Services hierzulande recht deutlich um 12% auf 53%. Immerhin ist bei allen 26 Behördenvorgängen, nach denen die BCG gefragt hat, die Zahl der einigermassen bis sehr zufriedenen Nutzer weiterhin deutlich höher als die der Unzufriedenen. Und laut den Studienautoren bewerten User die von Behörden angebotenen digitalen Services trotzdem deutlich besser als die von Privatunternehmen.
Bei fast allen der untersuchten Services liegt die Zahl der einigermassen bis sehr unzufriedenen Nutzer in der Schweiz zwischen 10% und 20%. Die Suche nach oder die Änderung von Grundbucheinträgen und Baugesuchen sowie E-Voting wurden am häufigsten als ungenügend bewertet. Am wenigsten Kritiker findet der Zugang zu Echtzeit-Informationen, beispielsweise zum Wetter oder der Verkehrslage.

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