E-Health: "Datenschutz-Bedenken haben nur Gesunde"

11. Juni 2009, 15:56
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Kranke Personen machen sich hingegen mehr Gedanken zu ihrer Krankheit, meint Swisscom-Chef Schloter.

Kranke Personen machen sich hingegen mehr Gedanken zu ihrer Krankheit, meint Swisscom-Chef Schloter.
An der heute in Bern stattgefundenen Asut-Podiumsdiskussion sagte Swisscom-CEO Carsten Schloter auf eine Frage zu Datenschutzbedenken der Bürger in Sachen elektronisches Gesundheitsdossier, dass wohl eher nur Gesunde diesbezüglich Bedenken hätten. Kranke Personen hingegen würden sich mehr Gedanken zu ihrer Krankheit machen. Er plädiert deshalb für eine freiwillige Einführung und ist überzeugt, dass sich zum Beispiel chronisch Kranke gerne dafür entscheiden. Auch für Andreas Wetter, Chef von Orange Schweiz, ist klar, dass die positiven Aspekte eines elektronischen Gesundheitsdossiers überwiegen.
Beide CEOs betonten aber, den Datenschutz sehr ernst zu nehmen. Es sei aber auch klar, dass die "Angstindustrie" sehr mächtig sei und diese Ängste auch gezielt schüren würde. Wetter gab allerdings auch zu, dass er trotz entsprechender Vorkehrungen bei Orange keine hundertprozentige Garantie abgeben könne, dass da nicht einmal ein "Verrückter" komme und irgendwelche Daten stehlen könne.
Angriffig wurde Wetter dann beim Thema Glasfaser. Schloter hätte schliesslich viel Geld, dann solle er es doch auch für den Glasfaserbau ausgeben. "Volkswirtschaftlich", so Wetter, "müsste Carsten Glas wie wild bauen. Ich miete mich dann ein, wenn die Preise stimmen." Für den Orange-Chef ist allerdings auch klar, dass es keinen Sinn macht, wenn die Telcos sich gegenseitig im Glasfaserbau konkurrenzieren. Telekommunikationsunternehmen und beispielsweise Elektrizitätswerke müssten Wege finden, sich die Gebiete aufzuteilen, wo sie ihre Glasfasern verlegen wollen. Alles andere sei schlicht ein volkswirtschaftlicher Unsinn.
Auch die Krise und ihre Auswirkungen auf die Telco-Branche war - natürlich - ein Thema. Carsten Schloter rechnete vor, dass neben dem Projektumsätzen vor allem die Einnahmen aus dem Roaming-Bereich eingebrochen sind. So würde die Swisscom beispielsweise rund 60 Prozent weniger Umsätze mit amerikanischen Kunden (also zum Beispiel US-Touristen, die mit ihrem Handy in der Schweiz telefonieren) machen. Dass daran vielleicht auch die horrenden Roaming-Gebühren schuld sein könnten, wie Klapproth einwarf, verneinten beide CEOs jedoch vehement. Die Roaming-Preise in der Schweiz seien zwar höher als im Ausland, allerdings hätte man auch viel höhere Kosten. Wetter nannte beispielsweise die höhere Antennendichte wegen den Strahlenschutzvorschriften und die eigentlichen Baukosten, die rund 80 Prozent ausmachen würden. Allerdings war "durch die Blume" herauszuhören, dass der Spielraum bei den Mobilfunkgebühren noch nicht ganz ausgereizt ist. (Thomas Brühwiler)

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