E-Health-Pioniertat in der Ostschweiz

29. November 2013, 13:59
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St. Galler Hausärzte können nun Daten mit Spitäler austauschen. Und mit der ganzen Ostschweiz.

St. Galler Hausärzte können nun Daten mit Spitäler austauschen. Und mit der ganzen Ostschweiz.
Im Kanton St. Gallen stehen Hausärzte neu im direkten elektronischen Austausch mit dem stationären Sektor der Spitäler. Dank der neuen Kommunikationsbrücke erhalten Hausärzte direkten Einblick in Spitalinformationen ihrer Managed-Care-versicherten Patienten der Spitalverbunde St. Gallen. Das Projekt wurde Ende 2012 unter dem wohlklingenden Namen "Ponte Vecchio" gestartet.
Möglich macht dies der Brückenschlag zwischen der IT-Infrastruktur des stationären Sektors im Kanton St. Gallen und dem ShareCare HPI (Health Professional Index), so eine Medienmitteilung. HPI ist ein Verzeichnis der Leistungserbringer in der Region und ermöglicht den Hausärzten nun den Zugriff auf Spitalinformationen. Die Lösungen des Kommunikationskanals bietet Health Info Net (HIN).
ShareCare HPI im Kanton St. Gallen ist zudem mit BlueEvidence von BlueCare verknüpft, was den automatischen Abgleich des Patientenstamms der Managed-Care-Versicherten erlaubt. Als integrierendes Element dieser Partnerschaft zwischen dem Kanton St. Gallen, HIN und BlueCare stiess das Unternehmen BINT hinzu. Das Unternehmen baut Datenbrücken mit einer Standardsoftware (InterSystems HealthShare) für das Gesundheitswesen.
Überregional
Die in St. Gallen eingesetzte Lösung arbeitet mit einer standardisierten, IHE-konformen Datenschnittstelle. Diese erlaubt es, künftig ohne Softwareanpassungen auch mit anderen Kantonen oder Organisationen wie Rehabilitationseinrichtungen oder der Spitex Daten auszutauschen.
Der Datenaustausch ist bereits mit der Ostschweiz möglich. Denn ShareCare HPI ist bei Eastcare, das ärztliche Dienstleistungs- und Kompetenzzentrum in der Ostschweiz, weit verbreitet. Damit ist die von St. Gallen entwickelte Software laut eigenen Angaben die erste überregional einsetzbare E-Health-Lösung.
In neun Monaten
Die Lösung wurde innert neun Monaten entwickelt. Dabei soll es sich um das erste gemäss den Empfehlungen von eHealth Suisse umgesetzte Projekt mit Inter-Community-Datenaustausch handeln.
Seit diesem Oktober sammeln erste Arztpraxen Erfahrungen, so die Medienmitteilung weiter. Und bis Ende 2013 erfolgt die offizielle Evaluation durch eHealth Suisse. Der grossflächige Rollout soll Anfang 2014 beginnen.
Seit 2006
Das Gesundheitsdepartement St. Gallen begann bereits 2006 mit der Vernetzung von insgesamt zehn Spitälern. Die Einführung eines einheitlichen Patientenmanagementsystems schuf die elektronische Grundlage für eine durchgängige medizinische Basisdokumentation. Die Patientenidentifikation mittels einem sogenannten Master Patient Index (MPI) rief den elektronischen Austausch von Patientendaten unter den Spitalverbunden ins Leben. (lvb)

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