E-Marketing: Potential wenig ausgeschöpft

6. Januar 2010, 13:10
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    Schweizer Firmen investieren zwar viel in Internet-Marketing aber wenig in die Konversion von unbekannten Gelegenheitsbesuchern in Kunden.

    Schweizer Firmen investieren zwar viel in Internet-Marketing aber wenig in die Konversion von unbekannten Gelegenheitsbesuchern in Kunden.
    Wieviel "wert" ist ein Besucher Ihrer Internet-Seite? Genau diese Frage können viele Schweizer Firmen nicht beantworten, glaubt man einer Untersuchung, die der bekannte CRM-Spezialist Bruno von Rotz heute veröffentlicht hat. Die Untersuchung basiert auf einer Umfrage unter 60 Schweizer Unternehmen aller Grössen und Branchen vom vergangenen Dezember.
    Zentrale Erkenntnis der Umfrage ist, dass Schweizer Firmen zwar sehr viel in Internet-Werbung und -Marketing investieren, aber wenig dafür tun, die angesprochenen, meist anonymen BesucherInnen ihrer Webseiten in namentlich bekannte potentielle KundInnen zu konvertieren.
    Internet als zentraler Kommunikationskanal
    Dass das Internet ein wichtiger Kommunikations- und Verkaufskanal ist, ist allgemein anerkannt. Über 80 Prozent der befragten Firmen schätzen die Internet-Präsenz als "sehr wichtig" oder "wichtig" ein und zwar sowohl für die "Awareness"- wie auch für die "Evaluation"-Phase im Verkaufsprozess.
    Entsprechend werden grosse Mittel für die Steigerung der Besucherfrequenz auf den Webseiten der Firmen eingesetzt. Über 60 Prozent der befragten Firmen setzen Google Ads und Adwords "stark" oder "teilweise" ein und gegen 70 Prozent nutzen Suchmaschinen-Optimierung. Immerhin fast 60 Prozent der Schweizer Firmen schalten auch klassische Internet-Werbung (wie Sie sie auf dieser Webseite antreffen).
    Kein Aufholbedarf?
    Sehr skeptisch betrachtet der Autor der Studie die Antworten der befragten Unternehmen bezüglich der Aktivitäten zur Konversion von unbekannten Besuchern der Firmenwebseite zu Kunden.
    Die Selbsteinschätzung der Teilnehmer ist recht positiv: Sieben Prozent glauben, sie nützten das Potential ihres Web-Auftritts weitestgehend aus und 34 Prozent halten sich in diesem Punkt für besser als die Konkurrenz. Zusammen mit jenem knappen Drittel, das glaubt etwa gleich gut zu sein wie die Konkurrenz, haben immerhin 72 Prozent der Befragten eine ziemlich gute Meinung von sich selbst.
    Von Rotz bezweifelt diese Einschätzung. Seine Argumente: Die meisten Websites würden weder aktive noch passive Mittel für die Personalisierung der Besucher einsetzen und die Besucher-Identifikation nur inkonsequent durchgeführt. Vor allem aber wissen die wenigsten der befragten Unternehmen, wieviel ein unbekannter und wieviel ein identifizierter Besucher "wert" ist. Damit "stellt sich die Frage, wie Unternehmen Budgets für Website-Entwicklungen festlegen können, wenn die Auswirkungen so schlecht quantifizierbar sind," so das Fazit des Autors. (Christoph Hugenschmidt)
    Man muss die Resultate der Umfrage mit etwas Vorsicht geniessen, da einerseits die Datenbasis (60 befragte Unternehmen) nicht übermässig breit ist und von Rotz andererseits mit den beiden Firmen Wyona und accelIT zum Thema eMarketing unterwegs ist. Trotzdem finden wir die Untersuchung sehr lesenswert. Sie klärt
    viele Begriffe und Strategien und untermauert die These, dass Schweizer Firmen das Potential ihrer Internet-Aktivitäten zu wenig auschöpfen, mit einer interessanten Mischung von Fakten und Arbeitsthesen. Das Papier: "Der Stand von
    eMarketing und Online-Lead-Generation
    in der Schweiz" kann hier kostenlos als PDF bezogen werden.

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