E-Patientendossier: Neue Konkurrenz für Swisscom und Post

15. Juli 2016, 09:27
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HIN und die Ärztekasse lancieren eine "ärzteeigene" E-Health-Plattform.

HIN und die Ärztekasse lancieren eine "ärzteeigene" E-Health-Plattform.
Für die Einführung des elektronischen Patientendossiers im kommenden Jahr wird eine ärzteeigene E-Health-Plattform geschaffen. Hinter dem Projekt steht Health Info Net (HIN), ein Informatik-Dienstleister für Praxisärzte, der sich im Mehrheitsbesitz des Ärzte-Berufsverbands FMH befindet. Ein weiterer Partner ist die Ärztekasse, ebenfalls eine standeseigene Organisation.
Das neu gegründete Unternehmen AD Swiss soll eine neue Basis-Austauschinfrastruktur für Ärzte, Pflegende und Therapeuten bereitstellen. Alle Gesundheitsfachleute mit einer HIN-Adresse sollen dereinst Zugang zur E-Health-Dossier-Austauschplattform von AD Swiss erhalten.
Schwellen senken
Auf der einen Seite stellt sich AD Swiss damit in Konkurrenz zu Swisscom, die mit "Evita" respektive "Vivates" eigene Austausch-Plattformen für den Gesundheitsbereich entwickelt haben und lancieren werden. Auf der anderen Seite soll aber auch eine Ergänzung entstehen, denn AD Swiss richtet sich auch an die niedergelassenen Gesundheitsfachpersonen, und die stehen bei den anderen Grossprojekten nicht im Zentrum, findet HIN.
Diese sind zudem gesetzlich nicht verpflichtet, sich einer der genannten Gemeinschaften anzuschliessen und von dort auf Patientendossiers zuzugreifen. Hier will das neue Projekt Türen öffnen oder Schwellen senken: "Wir schaffen eine Infrastruktur, damit auch die kleineren Leistungserbringer ihre Daten bereitstellen können", sagt HIN-Geschäftsführer Christian Greuter.
Heimvorteil bei Ärzten
Und hier sieht das Team hinter AD Swiss auch quasi einen Heimvorteil: Fast 90 Prozent der Hausärzte besitzen schon einen Anschluss an die HIN-Welt ? und auf der anderen Seite ist die Ärztekasse nicht nur der führende Abrechnungs-Dienstleister, sondern auch der grösste Praxissoftware-Anbieter im Land.
"Als standeseigener Anbieter werden die Interessen der Gesundheitsfachpersonen bewahrt", schreibt HIN in der Ankündigung des Projekts. "Effiziente koordinierte Versorgung setzt ein hohes Mass an Vernetzung der beteiligten Gesundheitsfachpersonen voraus", so die Erklärung für die Lancierung von AD Swiss. Man leiste einen Beitrag zur Vernetzung der etablierten und verankerten Primärsysteme, wobei die neue Plattform sowohl die ungerichtete Datenablage als auch den gerichteten Datenaustausch ermöglichen werde. (Ralph Pöhner/hjm)
(Dieser Artikel ist im Original auf 'Medinside.ch' erschienen und wurde von inside-it.ch übernommen.)

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