E-Voting: "Gefährdung demokratischer Institutionen"

15. August 2013, 13:24
  • e-government
  • e-voting
  • bedag
image

Die Liste der E-Voting-Kritiker wird immer länger. Die elektronische Stimmabgabe ist vor Manipulationen niemals gefeit, meint der ehemalige Bedag-Chef.

Die Liste der E-Voting-Kritiker wird immer länger. Die elektronische Stimmabgabe ist vor Manipulationen niemals gefeit, meint der ehemalige Bedag-Chef.
In der Schweiz abzustimmen, ohne einen Brief abzuschicken, geschweige denn am Sonntag zur Urne zu gehen, ist ein langersehnter Wunsch von vielen. Deshalb ist E-Voting, also die elektronische Stimmabgabe, als Ziel in der schweizweiten E-Government-Strategie erläutert er, warum E-Voting niemals sicher sein kann. Pikant: Ragaz' früherer Arbeitgeber Bedag entwickelt Wahl- und Abstimmungslösungen für Kantone.
Seiner Meinung nach haben die zahlreichen E-Voting-Versuche keine Aussagekraft. Denn die Systeme werden weder angegriffen noch können allfällige Manipulationen bemerkt werden. Ragaz erklärt seine Aussage damit, dass Manipulationen nicht bemerkt werden können, da beim E-Voting der Kunde nicht eindeutig identifiziert werden darf, da sonst das Stimmgeheimnis nicht gewahrt werden kann.
Um seine These zu stützen, nennt Ragaz in der 'NZZ' ein Beispiel aus Washington DC. 2010 wurde ein vermeintlich sicheres E-Voting-System für Tests und Angriffe freigegeben. Einem Team der University of Michigan sei es gelungen, in das System einzudringen und Resultate zu verändern. Die Manipulation wäre niemals entdeckt worden, wenn sich die Angreifen nicht geoutet hätten, schreibt er.
Für den ehemaligen Vorsteher des Amtes für Informatik des Kantons Bern ist eines klar: "Es ist nicht möglich, ein eventuell manipuliertes Resultat zuverlässig nachzuzählen." Auch ein lückenloses Protokoll auf dem Server könne Stimmen, die bereits manipuliert auf dem Server ankamen, nicht als solche erkennen. Er sieht darin eine Gefährdung demokratischer Institutionen. (lvb)

Loading

Mehr zum Thema

image

Innovationspark Dübendorf erhält 100 Millionen Franken

Auf dem alten Flugplatz soll ein Hub für Startups und Forschung entstehen. Der Zürcher Kantonsrat hat 97 Millionen Franken für die Entwicklung bewilligt.

publiziert am 29.11.2022
image

Innosuisse baut eigenes IT-Sicherheitszentrum auf

Die Schweizerische Agentur für Innovationsförderung will ihre Hauptanwendungen vom BIT lösen und in die Cloud auslagern. In einer Ausschreibung werden dafür 2 externe Dienstleister gesucht.

publiziert am 29.11.2022
image

Parlament fordert digitale Rezepte

Die beiden Kammern haben eine Motion angenommen, in der nach einer medienbruchfreien Übermittlung von Rezepten verlangt wird. Der Bundesrat ist dagegen.

publiziert am 29.11.2022 1
image

Aargau migriert die SAP-Basis für 10 Millionen Franken in die Cloud

Der Kanton wechselt von einem On-Prem- in einen Cloud-Betrieb und vergibt den Auftrag für 10 Millionen Franken freihändig an SAP Schweiz.

publiziert am 25.11.2022