Easynet soll an Murdochs BSkyB verkauft werden

21. Oktober 2005, 12:32
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Noch ein ISP geht über den Ladentisch

Noch ein ISP geht über den Ladentisch.
Gestern wurde der Verkauf von Cybernet an die Swisscom offiziell, heute konkretisierten sich die Verkaufsgerüchte um Easynet. Der englische Provider Sky Broadband Services Limited, eine Tochterfirma des Medienkonzerns British Sky Broadcasting Group – besser bekannt als BSkyB oder einfach "Sky" – hat den Aktionären der Easynet-Gruppe ein Übernahmeangebot vorgelegt. Das Angebot, das vom Verwaltungsrat von Easynet befürwortet wird, würde den paneuropäisch operierende Internet Service Provider Easynet mit etwa 211 Millionen Pfund (etwa 500 Millionen Franken) bewerten.
Triple Play – die Kombination von Telefonie und Internet-Services mit Fernseh- und anderen Unterhaltungsangeboten – ist, so sind sich die meisten Analysten einig, die Zukunft im Telekommunikationsgeschäft. Von Triple Play ist aber meistens im Zusammenhang mit Telekommunikationsanbietern und Kabellnetzbetreibern die Rede. BSkyB kommt nun als Medienkonzern von der Seite der Inhaltsanbieter her, möchte aber offensichtlich auch ein gewichtiger "Triple Player" werden.
James Murdoch, der Chef von BSkyB, erklärte zu dem Deal: "Unser Angebot widerspiegelt die aufregenden Möglichkeiten, die es heute gibt, wenn man ein Unterhaltungsangebot mit Hochgeschwindigkeitszugängen kombiniert….Wir sehen grosse Möglichkeiten im Heimkundenbereich, wo wir weit über konventionelles Triple Play hinausgehen und neue Arten von kombinierten Unterhaltungs- und Kommunikationsservices anbieten wollen."
Easynet unterhält auch in der Schweiz zwei Niederlassungen, in Zürich und in Genf. Bei der Begründung der Offerte von BSkyB an die Aktionäre ist allerdings nur von der guten Marktstellung von Easynet in Grossbritannien die Rede. Die internationalen Aktivitäten von Easynet werden dagegen gar nicht erwähnt. Dies hat bereits zu Spekulationen geführt, dass BSkyB die Niederlassungen von Easynet ausserhalb Grossbritanniens nach der Übernahme schnell abstossen würde. (Hans Jörg Maron)

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