Ehemaliger Luzerner IT-Chef verurteilt

28. Februar 2017, 15:48
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Das Luzerner Kriminalgericht verurteilte heute Dienstag den ehemaligen CIO des Kantons Luzern zu einer Freiheits- und einer Geldstrafe jeweils zwei Jahre auf Bewährung.

Das Luzerner Kriminalgericht verurteilte heute Dienstag den ehemaligen CIO des Kantons Luzern zu einer Freiheits- und einer Geldstrafe jeweils zwei Jahre auf Bewährung. Das Gericht kam zum Schluss, dass er sich bestechen liess und 2010 und 2011 heimlich Provisionen von Firmen kassierte, nachdem diese Aufträge seiner Dienststelle erhalten hatten.
Das Gericht verurteilte den 49-Jährigen zu einer bedingten Freiheitsstrafe von zwei Jahren sowie zu einer bedingten Geldstrafe von 10'800 Franken (90 Tagessätze zu 120 Franken). Dem Staat muss er eine Deliktsumme von rund 227'000 Franken zurückzahlen und für knapp 30'000 Franken Verfahrenskosten aufkommen.
Vom Vorwurf der mehrfachen Urkundenfälschung wegen angeblich vordatierter Verträge wurde er freigesprochen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Es liegt erst im Dispositiv und damit ohne Begründung vor.
Der ehemalige kantonale CIO akzeptiert das Urteil nicht. Er wisse heute, dass die fraglichen Verträge nicht unproblematisch gewesen seien. Er sei aber überzeugt, keine unrechtmässigen Handlungen begangen zu haben, gab der Angeklagte zu Protokoll.
Ein neuer Tatbestand
Er geht in Berufung und verlangt ein schriftlich begründetes Urteil. Das Gericht habe den Beschuldigten von den von der Staatsanwaltschaft erhobenen Vorwürfen freigesprochen und ihn stattdessen für einen von der Anklage nicht geltend gemachten Tatbestand verurteilt, heisst es in einem Communiqué.
Ob die Staatsanwaltschaft das Urteil weiterzieht, ist noch nicht entschieden, wie deren Sprecher auf Anfrage sagte. Ein definitiver Schuldspruch würde die Tür für mögliche Schadensersatzklagen seitens des Kantons öffnen. (sda/ts)

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