Ein Blick auf die Schweizer Software-Industrie (Update)

9. September 2016, 15:46
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Das ist die Schweizer Software-Industrie: Zwei Grosse, ganz wenig "Mittelstand" und viele viele kleine Business-Software-Anbieter. Aber eigentlich ist alles anders.

Das ist die Schweizer Software-Industrie: Zwei Grosse, ganz wenig "Mittelstand" und viele viele kleine Business-Software-Anbieter. Aber eigentlich ist alles anders.
Jährlich publizieren unsere KollegInnen von 'Computerworld' eine Sondernummer mit der Liste der 500 grössten Schweizer ICT-Firmen. Die 'Top-500' zeigen auf, welche Firma gewachsen und welche geschrumpft ist und gibt Antwort auf die Frage: "Ist meine Firma nun endlich grösser als die von Kollege Rüdisühli"?
Wir haben versucht, aus den Top-500 eine Liste der lokalen Software-Hersteller herauszudestillieren. Wir wollten eine Liste der Schweizer Player, die eigene Software fabrizieren und verkaufen, machen. Das geht natürlich nicht ohne Unschärfen, denn viele wichtige Anbieter machen nicht nur Software, sondern beraten auch, passen gekaufte Software an, betreiben Rechenzentren und vieles mehr. So haben wir die beiden grossen Software-Hersteller Abraxas und Bedag nicht mit aufgeführt, weil wir nicht wissen, wieviel ihres Umsatzes aus Software-Herstellung stammt. Andere wie die Ruf Gruppe und VRSG haben wir aufgenommen, auch wenn sie keine reinen Software-Hersteller sind. Und wohin gehören die Web-Spezialisten Unic und Namics und erst recht Tamedia (mit über 100 Entwicklern) und Ringier?
Nachtrag: Abraxas hat uns auf eigene Initiative hin den reinen Software-Umsatz gemeldet. Er beträgt 16 Prozent des Gesamtumsatzes und damit rund 17 Millionen Franken. Wir haben die obige Liste ergänzt.
Zwei Grosse für die Finanzindustrie
Richtig gross, mit rund einer halben Milliarden Franken Umsatz, sind in der Schweiz nur Temenos und Avaloq, die Software für Banken herstellen und im Fall von Avaloq auch betreiben. Nur vier Schweizer Software-Hersteller weisen zwischen 100 und 200 Millionen Franken Umsatz auf, zwei von ihnen richten sich wiederum primär an die Finanzindustrie. Wobei Sunguard erneut ein Sonderfall ist, denn die Firma verkauft verschiedene Lösungen, wobei nur eine aus der Schweiz stammt.
Der grosse Rest der über 50 lokalen Software-Hersteller macht, teils branchenspezifische, Business-Software. Es ist erstaunlich, wieviele Player sich trotz der Konsoliderungswellen noch halten. Dazu kommen einige Dienstleister, die Individuallösungen entwickeln.
Eigentlich ist alles anders
Die oben abgebildete Tabelle zeigt allerdings nur ein sehr beschränktes Bild der Schweizer Software-Industrie. Denn Software wird hierzulande vor allem in anderen Branchen gemacht. UBS und Credit Suisse dürften weiterhin die grössten "Software-Hersteller" der Schweiz sein und in der Maschinen- und Elektroindustrie wird heute wohl mehr programmiert als gefräst. Und wer kann schon sagen, wie gross der Anteil von Software an der Wertschöpfung von Sonova (Hörgeräte) oder Schindler (Aufzüge) ist? (hc)

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