Ein Cray-Supercomputer für die Massen

17. September 2008, 06:42
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Ob darauf sogar Vista schnell wäre?

Ob darauf sogar Vista schnell wäre?
Der Supercomputerhersteller Cray geht neue Wege und bringt einen "Low-end-Supercomputer" auf den Markt. Die Preispanne für einen "Cray CX1" (Foto) liegt zwischen 25'000 und rund 80'000 Dollar - nicht gerade ein Billig-PC aber immer noch ein Klacks verglichen mit den Millionenbeträgen, die für andere Crays bezahlt werden müssen. Zudem kann der neue Supercomputer sogar, für einen Cray völlig ungewohnt, online konfiguriert und bestellt werden. Mit den Auslieferungen will Cray im Oktober beginnen.
Mit diesem "Billigmodell" versucht Cray, sich ein neues Kundensegment zu erschliessen. Die Online-Bestellmöglichkeit könnte dabei Sinn machen: Statt grossen wissenschaftlichen Instituten und Konzernen mit ihren eher byzantinischen Entscheidungswegen, so hofft Cray, kommen bei dieser Preisspanne auch kleinere Abteilungen und sogar einzelne Wissenschaftler, Ingenieure oder Business-Analysten als Käufer in Frage. Mit dem eigenen Supercompi unter dem Schreibtisch, so ein Verkaufsargument, könnten diese rechenintensive Aufgaben, zum Beispiel Simulationen, wesentlich flexibler erledigen, als wenn sie einen gemeinschaftlich genutzten Grosscomputer verwenden müssen.
Ähnliche Ideen hatten in den letzten Jahren auch schon einige Start-ups, aber mit dem Namen Cray dahinter könnte dem Konzept des Schreibtisch-Supercomputers grösserer Erfolg beschert werden.
Der Cray CX1 passt tatsächlich unter einen Schreibtisch, und für den Einsatz in Büros hat Cray lärmdämpfende Mechanismen eingebaut. Es gibt aber auch eine Version für den Einbau in Serverschränke. Entwickelt wurde der CX1 in Zusammenarbeit mit Intel und Microsoft. Als CPUs werden Xeon-Chips von Intel verwendet, und Microsoft steuert eine neue "High Performance Computing"-Version von Windows Server 2008 als Betriebssystem bei, die nächsten Montag offiziell auf den Markt kommen wird. (Ob es an dieser Partnerschaft liegt, dass der oben verlinkte Konfigurator nur mit Explorer funktioniert?) Als Betriebssystem kann aber auch Red Hat Linux verwendet werden.
Das Chassis des Cray CX1 kann mit bis zu acht Blades für Rechenpower, Storage und Grafikdarstellung bestückt werden. Wenn er rein auf Rechenleistung getrimmt wird, soll er mit bis zu sechzehn 3,4-GHz-Quad-Core-Xeons eine Spitzenleistung von 786 Gigaflops erreichen. (hjm)

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